Heute schon gelacht?

Als ich als älter werdender Jugendlicher die Christvesper in der Kreuzkirche in Dresden besuchte und sich Pfarrer, Kreuzchor und Andere so richtig ins Zeug legten, dass die Heiligabendbotschaft bei den vielen Besuchern gut ankommt, musste ich so richtig herzlich bei der Bibellesung .... und sie brachten ihm Gold, Weihrauch und Möhren.... lachen. Ja ich hatte eben Möhren verstanden und musste lachen, lachen, lachen. Dabei musste ich aufpassen, dass ich nicht in der heiligen Halle neben den anderen Kirchbesuchern auffiel. Unter vorgehaltener Hand und den „Lachschmerzen im Bauch“ brachte ich dann die Christvesperzeit auch über die Runden und ging doppelt freudig nach Hause.

Kennt Ihr das auch, mal so richtig lachen, so aus dem Vollen, fast ohne Hemmungen?

Leider nimmt das Lachen im Alter immer mehr ab. Während die Kinder noch ca. 400 mal am Tag lachen und vieles unbeschwert sehen, wird das Lachen bei den Erwachsenen (ca. 20 mal) pro Tag mit allen Problemen, Pflichten, Enttäuschungen und Schmerz die im Leben dazukommen immer weniger. Man durchdenkt den Tagesablauf für Kind und Kegel, sieht die Probleme in der Welt und schon ist einem das Lachen im Halse stecken geblieben.

Dabei ist Lachen – sagt der Volksmund gesund und lenkt ab von Problemen und Sorgen. Und Wissenschaftler bestätigen, dass Lachen die Abwehrstoffe des Körpers stärkt, die Muskulatur lockert, die Konzentration fördert und dem Herz- und Kreislaufsystem einfach gut tut. Lachen hält also jung! Ein toller Satz dazu aus der Lydia: „Wir lachen nicht weniger, weil wir älter werden; wir werden älter, weil wir weniger lachen“. Vielleicht können wir, auch in der dunkleren und besinnlichen Jahreszeit, ein wenig von unserem Humor wiederentdecken und auch mal über uns selbst lachen. Wenn man z.B. gemerkt hat, dass die Hauslatschen immer noch am Fuß sind, wenn ich schon in der Straßenbahn sitze.

Vielleicht fängt man jeden Morgen mit einem Lächeln an, bittet Gott, dass ER Freude und Humor schenken möge. Vielleicht wird mit einer positiven und humorvollen Lebenseinstellung so mancher in unserem Lebensumfeld mit Freude und Lachen angesteckt.

Wenn man lacht und „Freude (aus)strahlt“ hat der Teufel keine große Chance. Gott mag seine Welt und dich fröhlich! Martin Luther sagte wohl: „Wenn Gott keinen Humor hat, dann möchte ich nicht in den Himmel kommen“.

Also können wir mit der Gabe Gottes - Frohsinn, Humor und Lachen - den Menschen um uns herum und Gott begegnen und mit jungem Herz alt werden.

Inzwischen weiß ich natürlich, dass es Gold, Weihrauch und Myrre waren, die dem Jesuskind gebracht wurden und in einen Lachsturm verfalle ich auch nicht mehr, aber schmunzeln muss ich dennoch

Karsten Hoffmann

Einiges entnommen aus Lydia 03/2007

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