Die Liebe, das grosse Geheimnis Gottes

Die Liebe, das grosse Geheimnis Gottes.

Die Liebe ist das große Geheimnis Gottes. „Gott (selbst) ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ So spricht Johannes im seinem 1. Brief 4,16b.

Darum ist Gottes oberstes Gebot das Gesetz der Liebe. Wie es im Gleichnis des barmherzigen Samariters zum Ausdruck kommt: Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus deinem ganzen Gemüte und aus allen deinen Kräften. Ein grösseres Gebot gibt es nicht. Und das andere ist ihm gleich: Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst!

Gott hat uns einen Begriff seiner Liebe gegeben, als er seinen Sohn für uns Mensch werden ließ. „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Joh 3,16) Diese göttliche Liebe kommt nicht nur in der Krippe menschlicher Armut zum Ausdruck, sondern sie manifestiert sich als letzte verströmende Liebe in den durchbohrten Händen Jesu am Kreuz auf Golgatha. Nur auf dem Weg der Liebe können wir Gott wirklich kennen lernen. Genau so, wie es bei uns Menschen geschieht: Bekanntschaft ist die erste Stufe der Liebe. Dadurch entsteht Wertschätzung, die sich in Liebe entwickeln und in Treue verwandeln kann – bis in den Tod.

Wer Gott wahrhaft liebt, wird selbst zum „glühenden Herd“ der Liebe. Wir können Gott nicht wirklich lieben, ohne zugleich seine Kinder, d.h. unsere Mitmenschen aller Farben, Rassen, Sprachen und sozialen Ständen zu lieben. In der strahlenden Sonne der Gottesliebe leuchten die Sterne der Nächstenliebe auf. Wer liebt, wird selbst zum Leuchter, in dessen Schein sich viele erhellen. Das ist das Kennzeichen, dass ihr meine Jünger seid, dass ihr einander liebt, sprach Jesus zu seinen Jüngern. So wird die Liebe zum Geheimnis der Welt.

Alles Übel der Erde kommt vom Hass, der Gleichgültigkeit und vom Geld. Mit ihnen zusammen wirken Neid, Gier und Egoismus. Daraus entstehen Revolutionen, Machtkämpfe, Weltkriege. Daraus hervor quillt das bittere Meer von Blut, Schweiß und Tränen. Dadurch entstand schließlich auch der Tod. Hass und Gleichgültigkeit gegen Gott sind Anfang und Folge aller Sünden. Alles Glück der Erde und des Himmels aber entspringt aus der Liebe. Ihre Diener sind Freundlichkeit, Friede, Freude, Güte und Geduld. So steht es im hohen Lied der Liebe von Apostel Paulus (1Kor 13,4-8).
Hass zerstört – Liebe baut auf. Gott ist die Liebe, er kann nicht hassen. Im Himmel, dem Haus der Ewigkeit, hat Jesus viele Wohnungen bereit für jene, die demütig dienen und damit das Gesetz der Liebe erfüllen. Da es in der Ewigkeit nur noch Liebende als Hausbewohner geben wird, lasst uns die wahre christliche Liebe zu Gott und den Menschen tagtäglich üben! Das Rezept dazu heißt: „Keinen Tag ohne Liebe!“ Denn die allein bleibenden Werke des Menschenlebens sind die Werke der Liebe (SdH 143)! Amen.

Hans Peter Zimmerli