Liebe Leser

Das Reformationsfest gibt es als gesetzlichen Feiertag nur im Osten Deutschlands. Ein Feiertag, der bei der Wende „herübergerettet“ wurde.
Es ist wichtig, dass arbeitsfreie Tage, Feiertage, ihre Bedeutung behalten. Oft geht der Trend dahin, einfach die Freiheit von der Arbeit zu „genießen“ und die Inhalte selbstbestimmt fest-zulegen. Wie viel geht dabei verloren!
Es ist jedoch lohnend, zu fragen: Wie wurden die Fest- und Feiertage früher gefeiert?
Der Monat Oktober mit seinem Erntedank- und Reformationsfest, aber auch jeder Sonntag kann Anregung sein, einmal alt gewordene Menschen zu fragen oder in Büchern zu lesen mit der Zielstellung: Wie war es früher? Und da war vieles gut oder zumindest besser als heute.
Altbewährte Traditionen wiesen breite Schichten der Bevölkerung auf den lebendigen Gott, den Schöpfer hin. Diese Sehensweise geht in unseren Tagen fast verloren. Wenn es wieder gelingt, die Schönheit der Schöpfung in Verbindung mit den Schöpfer zu bringen, wird es auch leichter, Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen. Mögen dazu auch die zum Erntedanktag schön geschmückten Kirchen beitragen. Genießen wir doch einfach auch darin die Schönheit und Genialität unseres Gottes.
Wenn unser Blick dabei auf Gott gerichtet wird, bedeutet das auch: Wir sehen die Realität der Welt und lassen uns nicht unsere Sinne mit falschen Bildern „verkleistern“. „Augen auf“ – ist die Devise! Der Glaube macht es möglich.
Was für ein Glaube? Der Glaube, der täglich aus dem Worte Gottes lebt! Dann gilt: „Der Glaube ist nicht die Brücke, die mit Leichtigkeit über die Not dieser Welt hinüberführt, sondern die Sicherungsleine, die immer wieder spürbar wird, wenn man den Boden unter den Füßen zu verlieren droht. Gott lässt uns nicht los. Der Glaube ist der Halt - verlässlich, ermuti-gend, tröstlich.“ (aus Bibel für heute vom 27.10.2004)
Gert Loose

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