Norddeutscher Bezirkstag in Hamburg

Der schon traditionelle norddeutsche Bezirkstag fand auch in diesem Jahr am ersten Sonntag im September statt.

Nachdem im vergangenen Jahr das 50jährige Jubiläum unserer Gemeinschaft mit dem Motto »Zur Freiheit berufen« im Mittelpunkt stand, sollte es diesmal das Thema »Gebote« sein.

Zentrale Elemente stellten der morgendliche Festgottesdienst und die Weltpremiere des Musicals »10 Gebote geb ich dir« am frühen Nachmittag dar.

Der Bezirksgottesdienst fand in Anwesenheit von etwa hundert Geschwistern, Gästen aus anderen Gemeinden (u.a. evangelisch-lutherisch, freievangelisch, neuapostolisch) und Freunden statt.

In Vorbereitung und Erwartung des Gottesdienstes sang die versammelte Gemeinde einige Lieder zum Lobpreis Gottes und unseres Herrn. Der Gottesdienst selbst, den Apostel Matthias Knauth durchführte, stand unter dem Wort aus dem Römerbrief (12,12) »Seid fröhlich in der Hoffnung, dass Gott seine Zusagen erfüllt. Seid standhaft, wenn ihr verfolgt werdet. Und lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen.« (zitiert aus »Hoffnung für alle«).

Die Ausführungen des Apostels stellten die drei dort genannten »Gebote« (die Aufforderungen Hoffnung, Standhaftigkeit und Gebet) in den Mittelpunkt. Er machte insbesondere deutlich, dass es sich nicht nur um Gebote handelt, wie wir unseren Glauben leben sollen, sondern sie uns vielmehr als Zuspruch für unser tägliches Leben mit seinen Sorgen und Schwierigkeiten dienen sollen.

Im Anschluss diente Bischof Viktor Raus, der herausstellte, dass Hoffnung, Standhaftigkeit und Gebet nur aus einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus erwachsen können. Außerdem führte er aus, dass es elementar wichtig ist, gemeinsam in der Gemeinde oder in anderer Gemeinschaft zu beten. Nur durch das Gebet entsteht eine direkte persönliche Beziehung - ein Gespräch - mit unserem Gott.
Das gemeinsame Gebet wird und darf das eigene persönliche Gespräch mit Gott »im stillen Kämmerlein « nicht ersetzen.

Nach einem gemeinsamen Lied betete die Gemeinde das Gebet, welches Jesus Christus gelehrt hat, das »Vater unser «, und feierte anschließend das Gedächtnismahl in Brot und Wein.

Der Gottesdienst ging mit einem Lied und einem Dankgebet zu Ende.
Die Überleitung zum zweiten Teil stand ganz im Zeichen des Themas »Freude«.

Freude über

* eine gefüllte Kirche,
* das gemeinsame Singen,
* das gemeinsame Gebet,
* das Wort Gottes,
* die Feier des Heiligen Abendmahls,

Aber auch Freude darüber, dass wir

* einen mitreißenden Chorleiter,
* einen sangesfreudigen Chor,
* einen Orgelspieler, der den Gemeindegesang begleitet und
* ein Kind haben, dass das dreifache Amen spielt.

Und nun sollte die Freude weitergehen: Freude darauf,

* gemeinsam Mittag zu essen,
* ins Gespräch zu kommen,
* ein Musical aufzuführen,
* der Aufführung zuzusehen und zuzuhören.

So wurde die Zeit bis zum Mittagessen für Gespräche und den Umbau für die Musicalaufführung genutzt.

Um 14:00 Uhr sollte es dann soweit sein. Die Kinder und die Kindergottesdienstbetreuer des Bezirks Norddeutschland haben ein Jahr lang für das Musical »10 Gebote geb ich dir« geprobt.

Da es schwierig ist, ein Musical zu beschreiben und die Atmosphäre wiederzugeben, sollen hier einige Anmerkungen zur Vorgeschichte dieses Musicals ihren Platz finden.

Es begann vor etwa drei Jahren, als die erste Idee aufkam, man könnte doch mal mit den Kindern des Bezirks ein Musical aufführen. Ja ja, da war er wieder der allseits bekannte Ausspruch: »Man könnte ja mal ...« Eine Aussage, die wir in unseren Gemeinden sehr oft hören, nur passiert dann nicht mehr viel. Das sollte diesmal anders sein!

Einige steckten die Köpfe zusammen und entschieden, dass die CD »10 Gebote geb ich dir« von Detlev Jöcker und Rolf Krenzer (erschienen im Menschenkinderverlag), die den Kindern bereits bekannt war, als Grundlage für das Musical dienen sollte. So waren zumindest Lieder und das Thema kein Problem mehr!

Im Rahmen des jährlichen Mitarbeitertreffens im Mai 2005 wurden das Thema Musical mit allen KiGo-Betreuern besprochen, nach Abstimmung erste Aufgaben verteilt (Sprechtexte schreiben, Bühnebild- und Kostümideen und Begleitmusik arrangieren) und ein Besprechungstermin für den Oktober 2005 vereinbart.

So trafen sich zum besagten Termin alle KiGo-Betreuer des Bezirks und weitere kreative Köpfe in Hamburg und gingen alles in aller Ruhe durch: Texte waren geschrieben, Lieder von der CD vorhanden, erste Ideen für Bühne und Kostüme lagen auf dem Tisch. Jetzt ging es daran weitere Details zu klären: Wie sollen Bühne und Kostüme nun tatsächlich aussehen? Wie klingt die Hintergrundmusik? Wer spielt welche Rolle? Wer kann ein Solo singen? Wo bekommen wir die entsprechende Technik her? Finden wir ausreichend Termine für gemeinsame Proben?

Viele Fragen - und keine Antworten? Nein, wir haben sehr schnell festgestellt, dass Gott uns mit vielen verschiedenen und guten Gaben ausgestattet hat, die wir nur einsetzen müssen. Es bildete sich im Laufe der Zeit ein gut funktionierendes Team, in denen die Aufgaben und Verantwortungen verteilt und schließlich bei einer festen Anlaufstation, der Gesamtleitung, zusammen geführt wurden. So entstand mit viel Liebe und einer Menge Einsatz das Muiscal »10 Gebote geb ich dir«!

Nun war es soweit: Sonntag, der 03. September 2006, 14:00 Uhr: Alle Mitwirkenden versammelten sich im Vorraum, um gemeinsam für das Gelingen der Aufführung zu beten und somit einen Teil der Predigt vom Morgen in die Tat umzusetzen. Allen war klar, dass es nicht um den eigenen Ruhm und die eigene Ehre geht, sondern um die Sache des Herrn. Der Älteste Stefan Weber sprach allen noch einmal mit den Worten »Der Herr ist mit euch!« Mut zu. Und dann öffnete sich die Tür, und es ging los. Mit zitternden Knien warteten alle auf ihren Auftritt, der nach einer Bibellese und den ersten Klängen des ersten Liedes folgte. Und plötzlich lief alles wie von selbst und viel besser als in allen - durchaus guten - Proben zuvor.

Alle spürten, dass der Zuspruch des Ältesten wahr ist! Der Herr war dabei, er war mittendrin, er führte Regie! Am Ende gab es stehende Ovationen und großen Beifall, was bei allen Beteiligten - vor allem den Kindern - viel Freude auslöste. Womit wir wieder beim Thema Freude angelangt waren! Es war eine Freude, für den Herrn Gaben einzusetzen! Ja, es kann sogar gesagt werden, dass es allen nicht nur Freude, sondern sogar Spaß gemacht hat, und die Kinder fanden es in ihrer Sprache einfach nur cool!

Nach zwei Zugaben, betete der Älteste zum Tagesausklang, ehe zum Kuchenbuffet eingeladen wurde.

Und wie jedes Jahr ging wieder ein toller Tag mit der Vorfreude auf den Bezirkstag 2007 zu Ende! In diesem Sinne bis zum ersten Sonntag im September 2007 in Hamburg!

Thomas S. Tuleweit

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