Liebe Leser

Liebe Leser!

Niemand von uns hätte je gedacht, dass das Jahr 2008 so zuende gehen würde. Es hatte sich schon angedeutet im Laufe des Jahres, als große, wenn auch ausländische Banken, in Zahlungsschwierigkeiten kamen. Was nur eine Andeutung war entwickelte sich mehr und mehr zu einer Katastrophe, deren ganze Auswirkungen wir nur erahnen können. - Und das macht Angst und die Verunsicherung ist groß, weil es keine klaren und plausiblen Erklärungen gibt. Es wird immer nur so viel gesagt, was eigentlich schon bekannt ist.

Wir spüren, die sogenannten guten Zeiten sind vorbei. Betrug und Gewissenlosigkeit machen sich in allen Bereichen breit. Wir spüren, dass wir uns zukünftig mehr bescheiden müssen, der erreichte Lebensstandard nicht gehalten werden kann. Hier stehen wir, auch als Christen, vor einer enormen Herausforderung. Diese betrifft nicht nur die Lebensplanung, sondern in besonderer Weise auch den Glauben. In solchen unsicheren Zeiten wird mehr als einmal die Frage nach der Rentabilität des Glaubens – Was bringt mir das? – gestellt.

Mit diesem Balast treten wir nun in die Zeit des Advents ein, eine Zeit, die Freude, Hoffnung, Erwartung und Zuversicht ausstrahlen und Menschen bis in den tiefsten Herzensgrund froh machen soll. War es in den vergangenen Jahren schon mehr eine Illusion, dies zu erreichen, bin ich mir sicher, wird es dieses Mal noch schwerer oder gar unmöglicher werden. Was kann uns da helfen und uns zur Freude führen, wenn der äußere Schein trügt?

Es fängt wohl zu allererst damit an, mehr dem Wort Gottes zu vertrauen, überhaupt sich Gott mehr, besser ganz, zuzuwenden. Was uns durch sein Wort als Warnung oder zur Hoffnung gesagt wird, tritt zunehmend in Erscheinung. Gern erinnere ich in diesem Zusammenhang an das Wort aus Lukas 21,28: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“
Es wäre hilfreich und auch viel realistischer, die Adventszeit als eine Erwartungszeit und somit auch Vorbereitungszeit wahrzunehmen. Nicht auf Weihnachten hin, sondern auf die Ankunft des Herrn Jesus Christus. Das Lied SdH 151 stellt die Frage: „Bist du bereit, wenn Christus erscheint?“
Im Blick auf diese Frage und die gegenwärtigen Ereignisse wird mir sehr bewusst, die Adventszeit ist eine Zeit der Gnade und der Buße (2. Petrus 3,9), die Gott uns und allen Menschen einräumt.
Allen unsern Lesern wünsche ich eine be-sinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr 2008.

Viktor Raus

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