Ruhesetzung Ap. Baron

Ruhesetzung Apostel Wilfried Baron - 9. November 2008 in Düsseldorf

Zum zweiten Mal fand ein Festgottesdienst im Boston-Club in Düsseldorf statt, an dem über 1.000 Christen aus unserer Apostolischen Gemeinschaft, Gäste und Freunde teilgenommen haben. Nach Abschluss der Apostelkonferenz vom 04.-07.11. in Haan-Gruiten, an der Apostel Wilfried Baron noch teilgenommen hat, war für den Sonntag, 9. November 2008 seine Ruhesetzung geplant.
Die Zeit vor diesem Ereignis war für viele Mitarbeiter aus dem Bezirk Düsseldorf mit Planungen und Vorbereitungen verbunden. Bezirksübergreifend wurde schon früh mit der Probenarbeit der Chöre begonnen.

Am Vortag des 09.11. wurden dann ca. 400 Stühle aus nahe gelegenen Gemeinden, geliehene Podeste, Technik für Übertragung und Beleuchtung, Material für Kinderarbeit, Dekoration und alle gottesdienstlichen Einrichtungen herbei geschafft und verbaut. Das Ende des Tages konnte noch für Probenzeiten genutzt werden und viele fleißige Hände haben mit guter Versorgung und Stimmung einen festlichen Rahmen für den Gottesdienst am Sonntag erstellt.
Am Sonntag reisten dann aus allen rheinischen Bezirken, weiter entfernten Bereichen des Bundesgebietes und des europäischen Auslandes die Gäste, zum Teil mit Bussen, an. Vor dem Beginn war der Saal mit Gespräch, herzlicher Begrüßung und Widersehensfreude lebendig und die Chöre stimmten mit ihren Liedern die Anwesenden auf diesen Tag ein. Planmäßig um 10.00 Uhr begann der Gottesdienst mit dem Eingangslied Nr. 206 „Oh Gott, dir sei Ehre, der Großes getan“.

Apostel Matthias Knauth sprach das Eingangsgebet und verlas das Textwort aus Philipper 1,3-11. Danach sangen die Chöre gemeinsam das Lied „Wie lieb sind mir deine Wohnungen“.

Die Begrüßung, zuerst der Gemeinde und allen Gästen zugesprochen, richtete sich dann in besonderer Weise an Apostel Wilfried Baron und seine Frau Eveline. Mit den Gedanken „In eurem Zuhause, in unserer Mitte“, beschrieb Apostel Knauth die herzliche und innige Verbundenheit der ganzen Gemeinde mit den Geschwistern Baron. Mit großer Freude und Dankbarkeit möchten wir den langjährigen, segensreichen Dienst und die Gemeinschaft mit Apostel Baron würdigen. Wir loben Gottes gutes Werk und seine Gnade.

Wo ist das, wo Gott Wohnung macht? Ein kleines Mädchen beschrieb dieses Geheimnis Gottes und erklärte, Gott ist so groß, dass er die ganze Welt umfasst und so klein, dass er im Herzen Platz findet. Er braucht nicht ein Haus, was mit Händen gemacht ist. Er ist dort zu Hause, wo Menschen ihn einlassen.
Es ist ein besonderes Geschenk, einander Dienst zu tun und einander ein Segen zu sein. Im vorgelesenen Textwort drückt Apostel Paulus wunderbar aus, wie ein Diener herzlich und freudig mit einer Gemeinde und den Menschen eng verbunden ist.

Merkmale dieser Bindungen sind Nähe, Gespräch und gegenseitige Wahrnehmung. Wie wir zueinander stehen, wird sehr unterschiedlich sein und dennoch – herzliche Verbindung und liebende Gesinnung ermöglichen auch Entfernungen und Nachteile zu überwinden. Apostel Paulus schöpft Zuversicht und Hoffnung aus den Erfahrungen und Erlebnissen mit den Christen in Philippi, obwohl er räumlich getrennt und in Gefangenschaft ist. Gemeinsam haben sie Gottes gute Botschaft und den Reichtum seiner Gnade erfahren. Das ermutigt ihn erst recht, beständig zu bleiben in der Fürbitte für die Gemeinde und seiner Freude und Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen, die er durch diese Menschen erlebt.

Es ist schön, diese Normalität des Lebens zu kennen und mit einem bestimmten Kreis von Menschen aufs engste verbunden zu sein. Im Dienst mit vielen Anliegen und Anforderungen steht manchmal die Frage im Raum: „Darf ich das so?“ oder: „Kommt auch keiner zu kurz?“ Paulus verweist auf die Liebe in Jesus Christus, die in ihnen begonnen hat und vollenden wird, auch über alle Unzulänglichkeiten hinweg. Darum bittet er, dass ihre Liebe untereinander wächst und sie zunimmt an Erkenntnis und Einsicht, Gott zur Ehre.
Apostel Baron hat in dieser Gesinnung und Bindung seinen Dienst für die ihm anvertrauten Menschen gelebt. Seite an Seite mit Freunden und Wegbegleitern und in der Gesinnung Christi war es möglich, auch Kämpfe, Leid und persönliche Anfechtungen zu ertragen und durchzustehen. So waren lebendiger Glaube, Gemeinschaft, christliche Lehre, Verkündigung des Evangeliums, Förderung geistlicher Gaben und Fürbitte sein Dienst für die Gemeinden.

Das Bild eines Staffellaufes beleuchtete, dass wir in Abschnitten unseres Lebens einander an die Seite gestellt sind. So hat Apostel Baron vor rund einem Jahr die Stabübergabe an Apostel Groß begonnen, Mitte des Jahres vollzogen und „trudelt als Vorläufer so langsam aus, bleibt aber im Stadion!“ Die Jugendarbeit in der Apostolischen Gemeinschaft und das Hilfswerk in Indien sind markante Arbeitsbereiche unseres Apostels Baron und ohne ihn nicht denkbar. Diese besonderen Aufgaben und viele weitere Dienste sind ein wesentlicher Teil seines Lebens und Anteil unserer Kirche. Wir können bezeugen, dass wir gemeinsam unterwegs sind mit Geschwistern, unseren Familien, in unserem Umfeld und in unserer Stadt, immer unter dem Segen Gottes.

Nach einem Chorlied diente Apostel Baron und sagte nach der Begrüßung zu der Gemeinde, dass dieselbe diesen Tag zu einem besonderen macht. Er brachte überwältigt zum Ausdruck, wie sehr ihn die vielen Signale und Bekundungen der Verbundenheit schon vor diesem Gottesdienst bewegt haben.

Nach über 40 Jahren Dienst ist er immer noch davon berührt, dass Gott ihn für wert erachtet, sein Evangelium zu verkünden. Es gibt nicht einen Tag, den er in dieser langen Zeit bereut hat.

Als Bischof und Ältester ihm das Diakonat antrugen, hätte er am liebsten von ganzem Herzen „Nein“ gesagt. Der Glaube, dass diese Männer Gottes Boten sind, erlaubte ihm jedoch nur Zustimmung und ein „Ja“ zu diesem Ruf. Es braucht Säleute, die ausstreuen und Spuren hinterlassen. Das bleibt der kleinste Teil, und Gott schenkt das Wachstum und das Werden. Es hat „abenteuerliche“ Folgen, diesen Weg einzuschlagen - jedoch immer verbunden mit der Erfahrung göttlichen Wirkens.

Nunmehr ist es auch eine Freude, dass er Verantwortung abgeben kann und es in vielen Bereichen ruhiger zugeht. Auch wenn Veränderung nicht mehr so leicht fällt, bleibt die Freude am Lernen und Entdecken für ihn erhalten.
Sein Dank gilt vielen Menschen an entscheidenden Stellen und besonders seiner Frau und seinen Kindern, die oft auf ihn verzichten mussten.
Dank brachte er auch zum Ausdruck für die Gemeinde und dieses Wort aus dem Philipper-Brief, welches Hoffnung und Ermutigung bedeutet für die vorletzten Dinge unserer Zeit im Leben. „Heimat ist da, wo Menschen dich lieb haben. Das ihr alle da seid, tut meinem Herzen gut und lässt mich freuen auf das Zukünftige“. Das zeugt von den letzten Dingen und den Verheißungen unseres Gottes.

Nach musikalischen Beiträgen dienten Apostel Detlef Lieberth und Apostel Walter Baltisberger aus der Schweiz, der mit der Gemeinde auch das Abendmahl feierte.
Apostel Lieberth beschrieb Merkmale von Apostel Paulus in seinem Dienst. Er benannte die Glaubensentscheidungen „Ich danke..“ und „Ich bete..“, mit denen Paulus in den Versen 3 und 4 beginnt. Das macht das Umfeld mit allen Menschen und Sachen annehmbar und setzt es in eine Beziehung zu Gott und untereinander. Diese Haltung, die auch Apostel Baron zu Eigen ist, gibt Gott die Ehre und wendet sich aus dieser Quelle dem Nächsten zu.

Auf Reisen haben Apostel Baron und Apostel Lieberth kuriose Dinge erlebt. Wertvolle Zeiten waren persönliche Gespräche und gemeinsame Erfahrungen unter Gebet und der Führung Gottes. Die Arbeit mit den Kindergottesdienstmitarbeitern und -mitarbeiterinnen war ebenfalls ein wesentlicher Aufgabenbereich von Apostel Baron, der von Apostel Lieberth weitergeführt wird und förderlich und begeistert von vielen Mitarbeitern/innen erlebt wurde.

Angelehnt an ein Erlebnis in Südafrika schloss Apostel Lieberth mit dem Ausspruch „Wir danken Gott für Wilfried“.

Apostel Walter Baltisberger aus der Schweiz, der den erhöhten Altarbereich „alpin“ erstieg, übermittelte an die Gemeinde, Bruder und Freund Wilfried und Schwester Eveline herzlichste Grüße aus der Schweiz. Er würdigte im Besonderen die humorvolle Art von Apostel Baron, der mit manchem Witz zum Lachen einlud und so schwierige Situationen mit Freiheit und Natürlichkeit entkrampft hat. Das hat wohlgetan, war heilsam und ansteckend von Herzen. Auf Mundart unterstrich er auch die selbstverständliche Bereitschaft zum Teilen, die im Apostelkollegium die Brüderlichkeit gestärkt hat und nach schwierigen Situationen oftmals versöhnte.

Wo das geschieht, kann Heimat werden als Neuschöpfung göttlichen Handelns. So lud Apostel Baltisberger die Gemeinde ein zu Sündenvergebung und Mahlfeier.

„Er, Christus, sorgt für uns, keiner kann das besser!“
Nach dem Vaterunser und der Abendmahlsfeier begannen die Kinder mit der Vorstellung ihrer Wünsche und Gedanken für die Ruhesetzung von Apostel Baron. Während der Gottesdienstzeit hatten sie Worttafeln gebastelt, die das Wort Ruhestand bildeten und nun lebendig zusammengebaut wurden. Zu jedem Buchstaben wurde ein Inhalt benannt und kurz von einer Kindergottesdienstmitarbeiterin erläutert:

R Reden mit und für Menschen,
U Unterstützung geben aus der reichen Erfahrung,
H Hilfsbereitschaft leben, wo es darauf ankommt,
E Engagement, aber jetzt, wo es dir Spaß macht,
S ein Segen sein, einfach, weil du da bist,
T Tatkraft soll bleiben,
A Alter, ohne das der Ruhestand nicht geht,
N Nächstenliebe praktizieren wie bisher,
D Dankbarkeit im Herzen haben und bewahren.

Vieles bleibt erhalten und dennoch beginnt ein neuer Lebensabschnitt, dass Betreten einer neuen Lebensphase. Symbolisch für dieses Betreten hatten die Kinder eine Türe vorbereitet, durch die Apostel Baron und seine Frau Eveline symbolisch in diese neue Zeit schreiten sollten. Diese Türe ist maßgenau für das bisherige Arbeitszimmer bestimmt und soll als Geschenk und bleibende Erinnerung dort angebracht werden. Diese Türe soll niemals zufallen in Verbindung und Kontakt zu Apostel Baron.

Nachdem der Projektchor das Lied „Herr, hab Dank“ gesungen hatte, setzte Apostel Groß die Ruhesetzung fort. Mit fünf Bildern aus dem Leben von Apostel Baron wurden die Ausführungen und Inhalte untermauert.

Das Hochzeitsbild (Bild 1) von Apostel Baron und seiner Frau lehnte sich an das Bild der Kinder an: die Türe und das Überschreiten einer Schwelle – in die Entscheidung einer Partnerschaft, eines Dienstes oder einer persönlichen Orientierung. Eine kleine Betrachtung erzählte, warum Gott Kinder so liebt – sie sind noch fähig, größer zu werden. Diese kindliche Erwartung mit Blick auf Gott ist Bemühen und Streben von Apostel Baron und war immer einladendes und vorbildliches Merkmal seines Dienstes.

Das Portrait eines „Strapazierten“ (Bild 2), aufgenommen bei einer Jugendlagerwanderung während eines Aufstieges. Apostel Baron und seine Frau Eveline haben mit viel Einsatz und Liebe die Jugendarbeit in besonderer Weise gefördert. So war es mit vielen Gruppen und Anliegen und dabei immer wieder die Frage, an welcher Stelle möchte Gott uns haben. Es ist Apostel Baron gelungen, der Jugendarbeit Priorität zu geben, Mitarbeiter für diesen Bereich zu fördern und ein natürliches und zeitbezogenes Glaubensverständnis mit den jungen Menschen zu leben.

Das Bild anlässlich einer Apostelkonferenz (Bild 3) verdeutlicht, dass sich Aufgaben und Verantwortungsbereiche entwickeln. Mit der Rufung zum Bischof und am 25.08.1996 in den Aposteldienst übernahm er Leitungsverantwortung für Bezirke und arbeitete mit an der Entwicklung von Lehre und Selbstverständnis unserer Gemeinschaft. Veränderung erfordert Geduld, Demut und Treue zu den gewonnenen Erkenntnissen. Der Wortsinn „dennoch“, gegründet in Gottes Zuspruch, war ihm Hilfe und Halt besonders in den Zeiten sachlicher und persönlicher Anforderungen.

Ein Bild von der Familie Baron (Bild 4) unterstreicht seine wohltuende Art, wie er mit den Menschen seiner Umgebung lebt. Eine früher gehörte Beschreibung „Apostel für jedermann“ unterstreicht diese Haltung, die sich abwendet von den Superlativen und persönlichen Besonderheiten und hinwendet zu natürlicher, herzlicher und authentischer Lebensform.

Die letzte Einblendung (Bild 5) leitete abschließend über zu guten Wünschen und Gottes Segen für den Ruhestand.

Apostel Baron wurde offiziell durch Apostel Groß von seinen Aufgaben und der Verantwortung für die Herde Jesu Christi entbunden. Ihm und seiner Ehefrau zum Geleit verlas Apostel Groß ein Wort aus Philippper 4,3-7: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden! Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus“.

Anschließend wurden Gruß- und Segenswünsche übermittelt von Brüdern des ehemaligen Vorstandes und aus Übersee. Das Geschenk anlässlich dieses Ereignisses von allen Brüdern des Vorstandes und Freunden war eine einwöchige Reise auf die Insel Sylt, welche schon am Morgen des nächsten Tages angetreten werden musste. Eine große Überraschung für Apostel Baron, der sich erstaunt und sehr freudig einlassen konnte auf diesen nicht vorhersehbaren Beginn seines Ruhestandes.

Im Schlussgebet dankte Apostel Knauth für Apostel Wilfried und seine Frau, dass wir unseren Dienst tun dürfen mit Familie, Freunden, Förderern und Kritikern, und das in Gemeinschaft, Segen und der Führung Gottes, unseres Vaters. Er dankte für diesen schönen Tag und die Freude in den Begegnungen. Im Anschluss sprach er den Segen für die Gemeinde. Der Jugendchor setzte dann den Schlusspunkt mit einem Segens- und Friedenslied.

„Der Herr segne und behüte dich, er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig:“

Armin Groß

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