Seid bereit!“ – „Immer bereit!

In Lukas 12 ab Vers 35 lesen wir:

„Ihr sollt so leben wie Diener, die darauf warten, dass ihr Herr von einer Hochzeit zurückkommt. Seid wie sie dienstbereit, und lasst eure Lampen angezündet. Wenn ihr Herr zurückkommt und klopft, können sie ihm schnell öffnen. 
Ja, freuen können sich alle, die der Herr bei seiner Rückkehr noch wach antrifft! Ich sage euch: Der Herr wird sie bitten, am Tisch Platz zu nehmen, und er selbst wird sich eine Schürze umbinden und sie bedienen. 
Vielleicht kommt er spät am Abend, vielleicht auch erst um Mitternacht.
Aber wenn er kommt und seine Diener bereit antrifft, werden sie allen Grund zur Freude haben“(Hfa).
Diener (Jünger) Jesu sind Menschen, die in dieser Welt auf ihren Herrn warten und ihre Lebenszeit als gute und treue Verwalter der Gnadengaben Gottes verstehen.
Zwei Schwerpunkte enthält das Gleichnis. Es ist die wachsame Bereitschaft, den wiederkommenden Herrn zu erwarten (V. 36) und die treue Verwaltung der anvertrauten (Auf-) Gaben (V. 42).
Offensichtlich besteht die Gefahr in beiden träge, nachlässig und gleichgültig zu werden. Die Wiederkunft Jesu ist in den Evangelien und den Briefen ein wichtiges Thema. Ist sie es auch für uns und unserer Gemeinde?

Betont wird die Verantwortung aller Diener. Gott wird von allen, die er in den Dienst seines Reiches berufen hat, Rechenschaft fordern und ihren Dienst belohnen (V. 44) oder auch bestrafen (V. 46). Maßstab ist der geoffenbarte Wille des Herrn (V. 47). Wem viel anvertraut worden ist (an Begabung, Vollmacht und Fürsorge), von dem wird auch umso mehr (Einsatz und Leistung) gefordert.
Zu Beginn eines jeden Unterrichtstages wurde in den Grundschulen der DDR vom Lehrer die Aufforderung ausgesprochen: „Seid bereit!“. Die Schüler (Pioniere) antworteten dann mit „Immer bereit!“. Hierbei ging es um die Bereitschaft, die Gebote der Pionierorganisation zu erfüllen.

Wenn es dabei neben der Treue zum sozialistischen Staat auch um gute Taten ging, ist es naheliegend festzustellen: Haben wir als Christen nicht als einzige einen wirklichen Grund einander zuzurufen: „Seid bereit!“. Und dann im Hinblick auf die Verheißungen Gottes und die freudige Erwartung des Herrn zu bekunden: „Immer bereit!“ Warten auf die Wiederkunft Christi hat immer etwas mit dankbarer Bereitschaft zur Hingabe zu tun. Ist das so?
Weil die Königsherrschaft Gottes sichtbar und vollendet hundertprozentig kommen wird, ermahnt Jesus seine Jünger, bereit zu sein, durchzuhalten und sich nicht täuschen zu lassen (Lukas 17, 20 - 37). Für die Gemeinde kommt Jesus zur Errettung, für die Gottlosen zum Gericht. In der Zeit bis zur Wiederkunft wird die Gemeinde Bedrängnisse um Jesu willen erleiden. Der gerechte Gott wird das Flehen und Bitten erhören (Lukas 18, 1 - 8) und mit der Wiederkunft Jesu dem erfahrenen Unrecht in Trübsal und Bedrängnis ein Ende setzen. Wir sollten deshalb nicht um Linderung oder das Ende der Trübsal bitten, sondern um unsere Errettung aus der Trübsal. Mit Offenbarung 22, 20 + 21 schließt sich der Kreis:

„Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. Amen, komm Herr Jesus! Die Gnade des Herrn sei mit allen.“

Gert Loose

Ausgabe