ADVENTSKRANZ DER ERWARTUNG

In den »WINTER« - wie wir ihn verstehen - gehört auch der Advent. Die Kirche hat im Gegensatz zum bürgerlichen Jahr ihren eigenen Kalender.
Advent ist Neubeginn des Kirchenjahres, ganz in der Stille! So wie das Saatkorn in der Erde dem neuen Werden, Wachsen und Reifen des Brotes entgegenschlummert, soll unser Herz im Advent unsern Erlöser Jesus Christus erwarten. Ihn, der mit dem weihnächtlichen Sternenlicht das Leben verkörpert.
Aus diesem christlichen Glauben hat sich als junges Brauchtum der »ADVENTSKRANZ« entwickelt. Wir flechten grüne Tannenzweige der Hoffnung zum Kranz. Dann bestecken wir diesen Kranz mit vier Kerzen, die unsere vierwöchige Erwartungs- und Vorbereitungszeit andeuten. Nachher umschlingen wir den Kranz mit dem violetten Band der Treue und des Glaubens. Als Ehrenamt gilt es, innerhalb der Familie jeden Sonntag ein neues Licht anzuzünden. Aus dem geistlichen Beginn sprießt neues Leben.
Für uns alle ist das Kerzenlicht Sinnbild des himmlischen Lichts. Dieses Licht hat uns bei der Taufe erstmals in unser junges Leben geleuchtet. Bei der Konfirmation haben wir es zum Altar des Herrn gebracht und bei der Trauung haben wir in seinem Glanz das Ja zum Bund fürs Leben bezeugt.
Wie oft kann eine Kerze dem einsamen, kranken, weglosen, verzweifelten, verängstigten Menschen ein Trostzeichen sein? Auch die Kerze, die Dir irgendeine liebende Hand in Deinen Lebensraum stellt, will Dir sagen, dass Du nicht allein bist mit Deinem Leid, dass irgendein Mitmensch mit Dir wacht, sorgt und für Dich betet!

Hans Peter Zimmerli

Ausgabe