Epiphanias

Dreikönigstag – Sternsinger

6. Januar
20*C-M-B*10

In verschiedenen deutschen Bundesländern und weiteren europäischen Ländern ist der 6. Januar ein gesetzlicher Feiertag und arbeits- und schulfrei. Bei Umfragen, was der Tag bedeutet, wird an den Antworten deutlich, dass seine Bedeutung noch unbekannter als „Pfingsten“ ist. Es lohnt, sich damit zu beschäftigen.

Wie auch andere christliche Feiertage, geht dieser Tag auf heidnische Wurzeln zurück In Ägypten war das ein Fest des Gottes Aion, und Dionysius habe an diesem Tag heilbringendes Wasser aus dem Nil in Wein verwandeln lassen.

Der 6. Januar ist, wie bekannt, auch ein historischer Tag. Er wird in Teilen der Ostkirche immer noch entsprechend dem julianischen Kalender und damit als Tag vor dem Weihnachtsfest gefeiert (Heilig Abend). Bis 1691 galt er in weiten Teilen Europas als Jahresbeginn.

Epiphanias bedeutet: „die Ankunft des Herrschers und seinen glücksverheißenden Einzug in die Stadt“. Die Christen übertrugen diesen Ausdruck auf die Taufe Jesu im Jordan (Erscheinung des Herrn) und später auch auf die Anbetung Jesu durch die Weisen, die Sterndeuter.
Bereits sehr früh wird berichtet, dass die gnostische Sekte der Basilidianer an diesem Tag die Taufe Jesu feierte. Nach ihrem Verständnis wurde damit der Mensch Jesus der Sohn Gottes.
Viele alte Bräuche wurden zudem auf diesen Tag gelegt. Jedoch wurde das Fest der „Erscheinung des Herrn“ inzwischen immer stärker durch das Motiv der Weisen aus dem Morgenland, der Sterndeuter, der Magier, der Könige, also auf den „Dreikönigstag“ den Tag der „Heiligen drei Könige“zurück gedrängt.

Der Bericht von den Magiern, den Sterndeutern, ist in Matthäus 2 zu lesen. Die genaue Herkunft, die Namen der „Weisen“, der „Könige“ und ihre Anzahl ist nicht herauszulesen. Sie kamen um den neugeborenen „König der Juden“ zu suchen. Ob es sich bei dem ihnen den Weg weisenden Stern tatsächlich um ein astronomisches Phänomen gehandelt hat, ist in Fachkreisen umstritten. Es gibt einige Hinweise über eine Keilschrifttafel, welche 1925 im Irak gefunden wurde. Dem biblischen Zeugnis nach ist festzuhalten, dass sie dem Kindlein Jesus Geschenke brachten und ihm huldigten. Dieses hat einen hohen Symbolgehalt, da es sich bei ihnen um Nichtjuden, um Heiden handelte. Der König Herodes wurde von ihnen klugerweise anschließend nicht informiert.
Als Reliquien sind ihre Gebeine 1164 nach vielen Zwischenstationen im Kölner Dom angekommen und werden dort von den Gläubigen verehrt.

Sternsinger erinnern an die drei Weisen aus dem Morgenland. Hier handelt sich um einen Brauch, der bereits im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt ist. Kinder und Jugendliche ziehen als Könige verkleidet mit einem Stern in der Hand von Haus zu Haus und singen Dreikönigslieder. Sie wünschen ein gesegnetes neues Jahr und bitten um Geld für wohltätige Zwecke.

Im Laufe der Zeit hat die Legende den „Königen“ Namen zugeordnet: Caspar, Melchior, Balthasar. Zum Zeichen, dass die kindlichen, jugendlichen „Könige“ bereits das Haus, die Wohnung besucht haben, schreiben sie mit Kreide die Buchstaben C-M-B und das Jahr an die Türe. Das sieht im Jahr 2010 so aus, wie in der Titelzeile angegeben. C-M-B steht für ‚Christus mansionem benedicat‘ und bedeutet: Christus segne dieses Haus. Im Volksmund berichtet man allerdings gerne, das seien die Anfangsbuchstaben der o.g. Königs-Namen.

Ca. 500.000 Sternsinger, die jährlich unterwegs sind, werden vor ihrer Tätigkeit in den katholischen Kirchen gesegnet. Sie sammeln Spenden für das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“, ein Kinderhilfswerk der katholischen Kirche (Aachen). Im Jahre 2009 sammelten die Sternsinger knapp 40 Millionen Euro für diverse Hilfsprojekte auf dem gesamten Erdball. In diesem Jahr lautet das Motto: Kinder finden neue Wege!

(zusammengetragen aus diversen Veröffentlichungen, Wikepedia, BR-online, Kindermissionswerk u. a.)

Rainer Spree

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