Meine Leidenschaft - Jesus Christus

Wie mein Glaube begann
und wo ich heute stehe

Ich sitze hier vor der Tastatur und kann jedem nur empfehlen, diese kleine Überschrift einmal auf sich zu beziehen und darüber nachzudenken.
Sich wirklich die Mühe zu machen und es einmal aufzuschreiben, lohnt sich. Warum? Weil es uns bewusster wird, wo wir jetzt stehen und wohin wir wollen, wenn wir konkret darüber nachdenken und es für uns formulieren.

Ich berichte hier einmal von mir und versuche, mein Leben ein wenig in Abschnitten zu schildern. Es kann ja sein, dass der ein oder andere sich hier und da wieder findet. Ich stelle fest, obwohl Glaube schon lange in meinem Leben vorhanden war, kam der leidenschaftliche Glaube erst viel später, nach meiner Wiedergeburt, dazu.
Apostolisch
geboren

Schon von Geburt an bin ich apostolisch. D.h. ich bin als Kind getauft und versiegelt worden. Für mich ist es ganz normal, sonntags in den Gottesdienst zu gehen, den Tag mit Gebet zu beginnen und zu beenden. Die Gemeinde erschien mir wie eine große Familie und das wurde noch gestärkt, indem wir als Kinder viele Glaubensgeschwister mit Onkel oder Tante anredeten.

In meiner Familie nahm die Gemeinde einen sehr großen Anteil von unserem Leben in Anspruch. Nicht nur der regelmäßige Gottesdienstbesuch war wichtig, auch praktische Arbeiten gehörten dazu. So sorgten meine Eltern z.B. immer dafür, dass die Räumlichkeiten der Gemeinde sauber und ordentlich vorgefunden wurden. 
Außerdem wurde auch ein intensiver Kontakt untereinander gepflegt. Man kam zu den verschiedensten Anlässen zusammen. Da waren Geburtstage, Silvesterfeiern, Wandertage, Gemeindeausflüge und sogar den Urlaub verbrachte man gemeinsam. 
Kurz gesagt, man wusste etwas vom anderen, weil man viel Zeit miteinander verbrachte. Das war für mich schön und angenehm.

Konfirmiert

Mit 14 Jahren wurde ich konfirmiert und religionsmündig. Wir standen also zu fünft vor Gott und übergaben IHM unser Leben. „Ich übergebe mich dir, dreieiniger Gott …“ 
Wenn ich jetzt zurückblicke, muss ich jedoch sagen, das ist nicht wirklich passiert.
Es war bei mir danach nicht anders als vorher. Der Konfirmandenunterricht war gut und wir haben viel gelernt. Allerdings war das mehr Kopfwissen und ist nicht bis zu meinem Herzen vorgedrungen. Das war so ähnlich wie in der Schule. Und so gehörte die Konfirmation einfach zu meinem Glaubensleben dazu. Es war für mich eine sehr schöne Feier mit vielen Freunden und Verwandten, auf der am Abend auch eine Menge Geld aus den vielen Briefumschlägen zu zählen war. Dann war der Tag vorbei und alles ging seinen gewohnten Gang.

Familie

Mit 21 Jahren heiratete ich meine liebe Frau und in den nächsten Jahren kamen unsere zwei Kinder dazu. Auch sie wurden im Glauben, so wie wir es erfahren hatten, erzogen. Wir kauften ein altes Haus, bauten es um und ich wurde 1991 ins Diakonenamt gerufen. In der Gemeinde war ich in der Jugendarbeit tätig und für die Kindergottesdienstmitarbeiter verantwortlich.

… und mein Glaube?

Wie schon erwähnt, war das für mich ein völlig normales Leben. So stellte ich mir Gemeinde vor. So erlebte ich Gemeinde. Sich für den HERRN einsetzen und sich einbringen wo es geht, gehört zum guten Christsein (das ist wichtig, dachte ich).

Natürlich habe ich in der Bibel gelesen. Ich wollte meinen Dienst ja gut machen. Da bestand ja die potentielle „Gefahr“ bei einem Gottesdienst zum Mitdienen herausgerufen zu werden. Daher habe ich mich mit dem Textwort beschäftigt. Dies habe ich persönlich als Vorteil angesehen, da ich es sicher nicht gemacht hätte, wenn ich nicht im Amt gewesen wäre.
Wenn ich ehrlich bin, ging das aber nicht weiter darüber hinaus. Da stand die Bibel eher im Regal und wartete auf den nächsten Sonntag.
So vergingen einige Jahre und ich hatte den Eindruck, mein Glaube stagniert. Meist zum Jahreswechsel haben wir innegehalten und uns gefragt: Sind wir in unserem Glauben jetzt weiter, als im letzten Jahr? Leider mussten wir das allzu oft mit „Nein“ beantworten.

Gott orchestriert Lebensumstände

In diesen „Lebenstrott“ orchestriert Gott Umstände, die unser Leben völlig umkrempeln. Landläufig nennt man das Krisen. 
Ich verlor meinen Arbeitsplatz und konnte es nicht verhindern, zukünftig 400 Kilometer nördlich zu arbeiten. Dadurch gaben wir viel Liebgewordenes auf, wie z.B. das Umfeld, die Gemeinde, das Haus, die Nähe der Familie und fingen noch einmal neu an.
Die Zu- und Umstände in dieser Zeit gaben uns die Gewissheit: Gott möchte uns im Norden haben.

Mit Elan und SEINER Hilfe schafften wir uns ein neues, schönes Heim und versuchten uns weiter in der Gemeinde einzubringen.
Die neuen Umstände waren nicht einfach. Große Entfernungen waren zu überbrücken und mit der Zeit setzte eine Unzufriedenheit ein. Ich versuchte mit meinen Mitteln und eigener Kraft dagegen zu halten und rannte in die größte Krise meines Lebens. Und Gott ließ das zu!
Die Wiedergeburt

Als ich dann nicht mehr weiter wusste, keine Lösung aus eigener Kraft oder von anderen Menschen sah, war ich endlich bereit, Jesus mein Leben zu übergeben. Mitten in der Nacht saß ich auf unserer Ofenbank, die Bibel in der Hand und betete zu unserem Herrn und gab IHM endlich ehrlichen Herzens mein Leben.

Was dann geschah, nachdem ich es ausgesprochen hatte, ist kaum zu beschreiben. Ich betete: „Jesus, übernimm die Herrschaft in meinem Leben, Heiliger Geist ziehe in mein Herz ein und räume alles Störende hinaus. Ich bin Sünder und weiß, dass ich das aus eigener Kraft niemals ändern kann.“
Da spürte ich förmlich, wie etwas in mich hineinströmte. Es durchzog meinen ganzen Körper und ich fühlte mich gedrängt, die Bibel aufzuschlagen. Hier fiel mein Blick direkt auf Hiob 42,5: „Bisher kannte ich dich nur vom Hörensagen, doch jetzt habe ich dich mit eigenen Augen gesehen.“

Die Umstände waren gleich geblieben, die Probleme noch die Gleichen, aber in meinem Herzen war plötzlich eine feste Zuversicht, ja eine feste Gewissheit, dass alles zum Guten kommt. Plötzlich gab es keine Angst mehr, kein Gefühl „ich schaff das nicht“ sondern das Wissen, Jesus selbst begleitet mich.
Mit diesem Augenblick bin ich ein anderer, ein neuer Mensch geworden. Die Bibel spricht von Wiedergeburt und einem unumkehrbaren Prozess.

Was ist anders?

Das ist jetzt ca. drei Jahre her, und seitdem ist nichts wie vorher. Ich kann nicht anders und möchte herausfinden, was der Wille Gottes für mein Leben ist. Die Bibel ist für mich das wichtigste Buch geworden. Und mittlerweile ist sie fast immer dabei. Ich suche und der HERR antwortet. Ich versuche zu begreifen, wie Gott uns sieht, wozu ER uns geschaffen hat, wie ER uns liebt und mit welcher Liebe zum Detail ER uns immer weiter ausbildet.
Glaubensgespräche sind in unserem Haus wichtig und alltäglich geworden. Lange reichen uns die Zusammenkünfte zum Gottesdienst nicht mehr und wir halten Hauskreis, hören Predigten und haben gelernt, in der Gruppe zu beten.
Wir haben erkannt, dass unsere persönliche Beziehung zu Gott, d.h. zum Vater und zum Sohn der Schlüssel zu einem erfüllten Glaubensleben ist. Wenn wir uns danach sehnen und unser Leben konkret auf diese Beziehung ausrichten, wird Gott dafür sorgen, dass wir IHN besser kennen lernen. Wir werden Erfahrungen mit IHM machen, die uns ermutigen weitere Schritte zu gehen.
Unser Wunsch

Wir wollen mehr! Wir wünschen uns viele Begegnungen mit Menschen, die Jesus suchen. Wir wollen Erfahrungen austauschen, vom anderen lernen, ihn unterstützen, für Fragen da sein, Antworten finden, gemeinsam beten oder einfach nur vor Gott sein.
Aus solchen Begegnungen erwächst Freude, die Gott selber ins Herz gibt. Freude, die bleibt und ewigen Bestand hat.
Wir möchten Gott immer mehr vertrauen und sehnen uns nach einer lebendigen Gemeinde. Gemeinsam unterwegs sein, mit Menschen, die Jesus leidenschaftlich lieben und ihm ihr Leben wirklich zur Verfügung stellen. Aus Liebe. Nicht mit zusammengebissenen Zähnen.
Wer das auch möchte, den ermutige ich, darüber zu erzählen, Erfahrungen mit IHM zu machen und zu bekennen, wie spannend ein Leben mit Jesus ist.

Für dich

Wenn du der Meinung bist, dein Glaubensleben könnte freudiger sein oder du meinst, du kommst nicht voran, dann möchte ich dir einige Impulse mit an die Hand geben, die mir auf meinem Weg geholfen haben. Wichtig dabei ist, sei ehrlich und rede mit Gott darüber.

• Hast du dich bewusst für Jesus
entschieden?
 Falls nicht – beschäftige dich mit dem Thema!
• Kennst du deine Bestimmung? 
 Was ist der Plan Gottes für dich?
Finde es heraus !
• Pflege dein Gebetsleben!
 Nimm dir jeden Tag Zeit für IHN –
ER wartet auf dich !

Der Schlüssel zu einem erfüllten Leben ist eine intakte, leidenschaftliche Beziehung zu IHM. Gott segne dich.


Wolfgang Schäfer

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