Eine christliche Familie

Wir wurden gebeten einen Artikel zu diesem Thema zu schreiben. Ein christliche Familie sind wir, was aber nicht bedeutet, dass alles das, was wir hier schildern, auch immer tadellos funktioniert.

Beim Nachdenken über dieses Thema fiel mir unser Trauspruch ein: „Wir sind Kinder der Heiligen und können unsere Ehe nicht beginnen wie die Heiden, die Gott nicht kennen.“ (Tobias 8, 5).
Ein nicht ganz so geläufiger Vers, den unser Hirte und Vorsteher für uns ausgesucht hat. Ich kann nicht sagen, dass ich in den dreizehn Jahren unserer Ehe diesen Vers stets vor Augen hatte, doch er gewinnt mehr und mehr an Bedeutung und es wird mir immer wichtiger, dass wir uns mit unserem Leben und Verhalten von „der Welt“ unterscheiden.

In einem Lied heißt es: „Brauchst nicht zu lügen, nicht zu töten, nicht zu stehlen, kannst deine Ehe halten, musst nicht neidisch sein. Du kannst die gute Ordnung Gottes für dich wählen. Wenn du das willst, wird er dich dazu befreien.“

Wir sind Christen. Wir haben uns für Jesus Christus entschieden und uns ist die Freiheit geschenkt worden anders zu leben als Menschen, die IHN nicht kennen.
Gleichzeitig ist damit aber auch eine Verantwortung verbunden. Wenn Jesus der Herr über unser Leben ist, sollte das auch nach außen (für andere) und innen (in der Familie) sichtbar sein.

Es ist nicht so, dass uns das immer gelingt. Von der perfekten christlichen Familie sind wir immer noch weit entfernt. Auch wir werden immer wieder aneinander und vor unserem Gott schuldig, weil wir uns eben nicht immer an Gottes gute Ordnung halten.
Es gibt Tage, da ist der Sohn bockig, die Tochter zickig, die Mutter genervt und der Vater grantig ... Dann stellt sich die Frage: Wie gehen wir damit um?

Auseinandersetzungen und richtigen Streit gibt es in jeder Familie, zwischen Ehepartnern, zwischen den Kindern und zwischen Eltern und Kindern. Ist Christus die Mitte, gibt es einen Punkt, an dem man wieder zueinander finden und Vergebung erfahren kann. Ich finde es wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass wir uns in jeder Situation an Jesus wenden können. Auch wenn es Streit gegeben hat.
Mittlerweile sind unsere Kinder groß genug um zu verstehen, dass man nicht nur für gesegnetes Essen, schönes Wetter und Engelschutz auf Reisen beten kann, sondern gerade für die Dinge, die uns besonders belasten.

Zu einem ehrlichen Gebet gehören auch Dank und Lobpreis. Gerade das zeigt unser Verhältnis zu Gott besonders deutlich: er ist nicht unser Wünsche-Erfüller, sondern der Herr über unser Leben, von dem wir uns führen lassen wollen.
Unser Vorbild spielt eine große Rolle, besonders, wie wir mit anderen Menschen umgehen und unseren Glauben bekennen. Wir können bei vielen Dingen nicht mitreden, weil wir uns nicht jeden Schrott im TV ansehen. Dafür outen wir uns als regelmäßige Kirchgänger: für den Sonntags-Gottesdienst haben viele ja noch Verständnis, die Bibellese am Mittwochabend wird schon etwas argwöhnischer betrachtet.
Bei uns ist Lobpreismusik zu hören und wir beten vor dem Essen. Wenn Freunde unserer Kinder bei uns zu Gast sind, finden sie meistens den bunten Gebetswürfel toll, doch manche sind interessiert und fragen auch schon mal genauer nach, warum wir beten oder wovon die Musik handelt.
Für unsere Tochter ist es dann selbstverständlich, einfach mal ihr Lieblingslied aus dem Gesangbuch anzustimmen oder zu Feiert Jesus!-Liedern zu tanzen.
Diese Unbefangenheit und Leidenschaft können wir nur bestaunen und uns davon anstecken lassen.

Bis zu einem gewissen Punkt können wir unsere Kinder im Glauben mitnehmen, Grundlagen legen, Wissen vermitteln, ihnen erklären, wie wir den Herrn erleben. Wir haben durch unsere Errettung die größte Liebe erfahren. Unsere Kinder sind die Ersten an die wir diese Liebe weitergeben können. Irgendwann werden sie ihren eigenen Weg gehen und hoffentlich selbst eine Entscheidung für Jesus treffen.

Claudia & Heinz-Jürgen Wilmes
mit Tobias und Miriam

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