Das Sterben unseres Herrn Jesus Christus

Ohne Tod keine Auferstehung
Der Einzug in Jerusalem ist vorbei. Der Jubel und die Hosianna-Rufe sind verstummt.

Es ist Montag und Jesus geht wieder in die Stadt. Im Tempel treibt er die Händler und Geldwechsler hinaus, aber er hilft auch Blinden und Krüppeln.

Am Dienstag geht der Herr nochmals zum Tempel, jetzt zum letzten Mal und seine Worte sind: „Was ihr hier seht – es wird die Zeit kommen, da kein Stein auf dem anderen bleibt, der nicht zerbrochen wird“. Danach geht er, der Tag in Jerusalem ist vorbei. Auf dem Rückweg nach Betanien macht Jesus eine Ruhepause auf dem Ölberg. Hier sagt er zu seinen Jüngern: „Ihr wisst, dass in 2 Tagen das Passahfest ist und der Menschensohn dann überantwortet wird, um gekreuzigt zu werden!“

Inzwischen ist es Mittwoch geworden. Judas geht zum Jüdischen Rat und verrät seinen Meister für dreißig Silberlinge.

Donnerstag betritt Jesus mit seinen Jüngern den Saal, wo er das Passahmahl halten will, und er sprach zu ihnen: „Mich hat herzlich verlangt, dies Passahlamm mit euch zu essen, ehe ich leide“ (Lukas 33, 25). Danach findet erstmalig das „Heilige Abendmahl“ statt. „Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmt, esst, das ist mein Leib und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinkt alle daraus, das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden“ (Matthäus 26, 26-28).

Seine Jünger wissen, dass er sterben muss, sie haben aber auch gehört, dass er mehrmals versichert hat: „Er würde wiederkommen“.

Um Mitternacht verlässt Jesus mit den Seinen den Passah-Saal und geht in den Garten Getsemane, wo er allein den Gebetskampf zu führen hat. „Nicht mein Wille sondern dein Wille geschehe“.
Die Gefangennahme folgt und danach das Verhör durch die Hohepriester Hannas und Kaiphas. Und Jesus schweigt. Nur auf die Frage, ob er, Christus, der Sohn Gottes ist, antwortet er: „Ihr sagt es“.

Inzwischen ist der Tag angebrochen und Jesus wird vor Pilatus gebracht. Der Römische Stadthalter Pilatus aber findet keine Schuld an ihm und möchte ihn deshalb freilassen, aber vergebens!
Herodes, an den er die Anklage weitergibt, verspottet Jesus und sendet ihn wieder zurück zu Pilatus. Die Entscheidung wird getroffen, Barabbas wird freigelassen an Stelle von Jesus. Daraufhin führt man Jesus zur Richtstätte nach Golgatha.
Aber nichts deutet daraufhin, dass dieser Freitag ein „G u t e r F r e i t a g werden sollte“! (Bemerkung: In Holland heißt Karfreitag – Goede Vrijdag).

Durch die Gottesoffenbarung wurde dem ersten Menschen mündlich überliefert, dass der Tod im Ursprung nicht zum menschlichen Leben gehört, sondern eine Folge des Ungehorsams gegen Gott ist.

Durch Moses wurde diese Überlieferung schriftlich festgelegt: „Von allen Bäumen im Garten darfst du essen, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst Du nicht essen, denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben“.
Aus diesen Worten geht auch hervor, dass der Mensch geschaffen ist zu einem ewig lebenden Wesen. Das ist seine ursprüngliche Bestimmung.

Langsam entwickelte sich in Israel der Glaube, dass die Seele des Menschen, der geistliche Kern unseres Wesens, ihr Selbstbewusstsein nach dem Tode behält, und dass sie sich mit Gleichgesinnten versammelt. Auch bestand die Hoffnung auf Erlösung und Auferstehung. Der Messias, der durch Gott gesalbte König, der Erlöser und Seligmacher aller Menschen, sollte aus ihrer Mitte kommen.

Zur Zeit Jesu bestanden hierüber verschiedene Meinungen, Die Pharisäer glaubten an die Auferstehung, die Sadduzäer aber nicht. Durch die Auferweckung des Lazarus sowie die Tochter des Jairus, und des Jünglings von Nain, wurde durch Jesus bewiesen, dass der Tod überwindbar ist. Gerade diese Hoffnung hat Jesus in die Herzen seiner 12 Jünger und die übrigen Männer und Frauen, die ihm folgten, legen wollen. Immer hat Jesus versucht, deutlich zu machen, dass sein Sterben ein nicht für sich allein stehendes Ereignis sein sollte. Sein gewaltsamer Tod und die Hinrichtung als Missetäter ist die einzige Möglichkeit den Weg zu bahnen für alle Menschen zur Versöhnung mit Gott, zur Auferstehung und zum ewigen Leben. Er hat mit seinem eigenen Leib diesen Beweis geliefert, denn genau wie bei allen anderen Menschen wurde auch Jesus von einer Frau geboren (Galater 4,4).

In seiner Offenbarung an Apostel Johannes sagt er: „Ich bin der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle“ (Offenbarung 1,18).

Was unmöglich schien, ist durch Jesus Christus möglich geworden. Es ist die Frohe Botschaft von Karfreitag für alle Menschen.

J. F. Kröner jun. †

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