Gedenken an Apostel Baron

Im Gedenken
an unseren Apostel Wilfried Baron

24. März 1943 – 1. Februar 2010

Je schöner und voller die Erinnerung,
umso schwerer die Trennung.
Aber die Gnade unseres Gottes
verwandelt den Schmerz der Erinnerung in Freude.

Mit diesen Worten haben seine Frau Eveline und die Familie Freunden, Verwandten und Geschwistern gedankt. Sie und auch wir haben erlebt, wie gut es tut, das Mitgefühl anderer Menschen zu spüren.
„Treffpunkt Gemeinde“ war für Wilfried Lebensinhalt. So war es eine tief bewegte und an Trost reiche Gemeinschaft, die sich zum Abschied in unserer Kirche und seinem „zu Hause“ am 8. Februar 2010 auf der Cantadorstraße versammelt hatte.
Von fern und nah, mit Liedern von Gemeinde und Chor und dem Wort Gottes, gelesen und verkündet im Dienst, konnten wir in Stille, Würde und liebevoller Umgebung Abschied nehmen. Ihn umfangend und alle getröstet durch den Heiligen Geist.

Wilfried war ein freudiger und lebendiger Nachfolger im Dienst für seinen Herrn und die Gemeinde Christi. Er lebte kommunikativ, mit wunderbarem Humor, verlässlich, wahrhaftig, einfühlsam und ganz nahe bei den Menschen.
So haben ihn viele erlebt von jung bis alt und wir haben oft gespürt, dass der „Funke übersprang“. In der Begegnung haben uns seine Hingabe und sein Wesen bereichert, weil wir in seiner Art des Gebens Empfangende wurden.

Dies gelang ihm auch bei sachlichen und ernsten Themen, denn er hatte Bibelkenntnis und Glaubenserfahrung, Wortgewandtheit, Sachverstand und Zielstrebigkeit – aber besonders Brüderlichkeit, Wertschätzung und Liebe für sein Gegenüber.
Wenn doch mal etwas „schief“ ging, war es für ihn kein Problem, einen Fehler oder Irrtum einzugestehen und aufrichtig um Entschuldigung zu bitten.

Die Vorzüge seiner Mitmenschen, allen voran seiner Frau Eveline, seinen Kindern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wusste er selbstverständlich zu benennen. Besonders damit hat er „Boden bereitet“, Glauben, Hoffnung und Liebe ausgesät, ein Gedeihklima ermöglicht und begeistert, bevollmächtigt, geleitet und in demütiger Haltung am Reich Gottes mitgebaut.

Er war tätig in der Jugendarbeit, besonders bei der Durchführung mehrer Jugendlager, hat Seminare für die meisten Mitarbeiterbereiche begleitet und wurde 1981 in den hauptamtlichen Dienst der Verwaltung der Apostolischen Gemeinschaft gerufen.
Mit der Ordination zum Bischof im Jahre 1990 übernahm er Aufgaben in der Kirchenleitung. Seit seiner Rufung in den Aposteldienst im August 1996 und der Wahl zum Vorsitzenden im Jahr darauf leitete er mit den Brüdern des Vorstandes unsere Gemeinschaft, bis er im November 2008 in den Ruhestand trat.

Mir persönlich fällt es noch schwer, anzunehmen, dass Wilfried uns schon vorauf gegangen ist. Manchmal holt mich die Traurigkeit ein und ich weine. Vielleicht sind es auch die versäumten Augenblicke, denn wir hatten vor, noch vieles miteinander zu besprechen. So bleibt uns die Aufgabe, zu folgen: unserem Herrn Jesus Christus – und in Achtung des Vermächtnisses von Wilfried im Dienst für die Gemeinde.

Apostel Lieberth verlas zur Urnenbeisetzung Worte aus Jeremia 31, 3 und 1. Mose 15, 15:
„Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“
Weil Gott dieses zugesagt hat, haben wir in ihm ein Ziel. So können wir seine Entscheidung annehmen und seine Herrlichkeit ist verlässlich Wilfrieds und auch unser ewiges Zuhause, und das von alters her. „Und du sollst fahren zu deinen Vätern mit Frieden“.
Ein mit Frühlingsblumen bepflanzter Korb schenkte uns das Bild neuen Lebens, weil sie etwas erzählten von den Gaben Gottes, der Aussaat, der Zeit des Wachsens und der Schönheit des Seins. Es war ermutigend, abschließend zu hören, dass wir uns wieder auf unseren Weg begeben werden – jeder auf seinen.
Auf der einen Seite die Weite der Gedanken Gottes – und auf der anderen Seite die Erinnerungen an einen Freund, Bruder, Lehrer und Liebenden, der uns den Himmel in Christus ein Stück näher gebracht hat. Danke und auf Wiedersehen.

Armin Groß

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