Heiliger Geist!

Lebenskraft aus Christus

Dies war das begleitende Motto für einen Internationalen Jugendtag in Fiesch / Schweiz. So mag der Eine- oder Andere sich mit mir daran zurück erinnern, eine tolle Zeit.

Gottes Geist in unserer Mitte …

Nun, viele Jahre sind seitdem vergangen, aber dennoch dürfen wir feststellen, dass Gottes Geist unter – und in uns ist. Dem HERRN sei dank dafür.
Und so ist das Pfingstfest die Erinnerung an das Geschehen vor ca. 2.000 Jahren und doch so nah. Es ist eine gute Sache, wenn unsere Jugendlichen diese Zeit in Gemeinschaft verbringen. Gottes Geist möge sie auch in dieses Pfingstfest auf Burg Hohnstein bei Pirna begleiten und ihnen neue Horizonte eröffnen. Sein Segen möge mit ihnen sein. Soweit meine Rück- und Gegenwartsaussicht.

„aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein“
(Apg. 1, 8)

Jesus Christus bereitet seine Jünger auf ein ganz wichtiges „Instrument“ für ihren Dienst vor. Sie werden die Kraft des Heiligen Geistes empfangen. Eine Kraft, die ihnen Dynamik und Entwicklungspotenzial gibt.

Häufig sind wir als Christen durch viele Umstände unseres Lebens, auch durch das Gemeindeleben, kraftlos und müde geworden. Vieles nehmen wir auf uns, um alles und allem gerecht zu werden. Dabei setzen wir viel Energie ein und am Ende müssen wir feststellen, dass sich nur wenig oder überhaupt nichts bewegt hat. Was hat denn der Heilige Geist bewegt? Schauen wir einmal in die Heilige Schrift.

„An dem Tag als die Gemeinde den Heiligen Geist empfing, waren alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen; wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“
(Apg. 2, 1 - 4)

Wir dürfen heute dankbar sein, dass unser Herr uns immer noch einen Ort, unsere Gemeinde schenkt, um Gottesdienst feiern zu können oder um einfach „nur“ beieinander zu sein.
Wenn wir beieinander sind müssen wir vielfach feststellen, dass unterschiedliche Auffassungen von Gemeindeleben Trennendes zwischen uns aufkommen lässt und die Gemeinschaft nicht gerade fördert. Jesus wusste und weiß auch heute noch, dass wir immer auf den Heiligen Geist angewiesen sind. Nur dieser Geist ist ein Geist, der uns einigt. Daher schenkt Gott diesen Geist immer wieder aufs Neue, dürfen wir uns immer neu mit dem Heiligen Geist erfüllen lassen.

Der Heilige Geist ist nicht ein Geist über den wir verfügen oder sogar herrschen können. Nichts kann ihn hindern, seine Kraft in uns wirksam werden zu lassen, außer uns selbst. Und so ist das Wort des Apostels Paulus sehr aktuell, wenn er der Gemeinde sagt, dass sie den Geist nicht betrüben soll, ihn nicht aufhalten soll, wenn er uns als Gemeinde weiter führen möchte. Aber wie oft müssen wir auf andere Erfahrungen zurück blicken. Oft sind es selbst auferlegte Vorgaben und Fesseln, die den Heiligen Geist in seinem Wirken einschränken.

So darf Petrus eine Erfahrung mit dem Heiligen Geist machen, die ihn in seiner persönlichen Entwicklung weiter in die „richtige Richtung“ führt und ihm seinen eigenen, eng gefassten Horizont erweitert – ausgehend von einer Erscheinung, in der ihm Gott ein Tuch mit allerlei Tieren zeigt und ihm sagt, er soll sich diese zubereiten und essen.
Petrus lehnt dies aufgrund der von ihm eingehaltenen Gesetze ab. Und so sagt ihm Gott, dass er das, was Gott rein gemacht hat, nicht als verboten ansehen soll. Das Tuch wird schließlich unberührt wieder in den Himmel hinaufgenommen. Zu derselben Zeit hat auch der Hauptmann Kornelius eine Erscheinung. Petrus wird später in das Haus des Kornelius geführt. Kornelius fällt vor Petrus nieder und betet ihn an. Daraufhin richtet ihn Petrus auf und sagt zu Kornelius: Ich bin auch nur ein Mensch. Während sie miteinander reden, geht Petrus weiter ins Haus hinein und kommt zu einer versammelten Gemeinde und muss ihr bekennen, dass es einem Juden nicht erlaubt sei, mit einem Fremden (Heiden) umzugehen, doch Gott hat ihm gezeigt, dass er keinen Menschen meiden oder unrein nennen soll. Kornelius berichtet von seiner Geschichte und Petrus muss bekennen „Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht, sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“
Und Petrus fängt an, das frohe Evangelium von Jesus Christus der Gemeinde zu verkündigen. Und während er spricht, fällt der Geist auf alle, die dem Wort zuhören. Petrus und die Juden, die mit ihm gekommen sind entsetzen sich, weil auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wird. Und Petrus wird durch diese Begebenheit noch weiter geführt. Er bekennt den Zuhörern, dass ihnen nicht das Wasser zur Taufe verwehrt werden kann und befiehlt, sie alle zu taufen. (vergl. Apg. 10)

So bringt uns die Gegenwart des Heiligen Geistes weiter in unserem Glauben, schenkt uns Erkenntnis und Wahrheit.

Der Geist des Trostes

„Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit.“ (Joh. 14,16)

Jesus bittet den Vater für uns um den anderen Tröster, den Heiligen Geist. In allen Situationen hat Jesus für seine Nachfolger nur das Gute bedacht. Jesus Christus nachzufolgen, bedeutet allerdings auch eine heftige Veränderung meines ganzen Lebens. Nichts wird und kann wie vorher sein. Doch Jesus lässt uns nicht im Ungewissen. ER hat seinen Jüngern immer die Realität und Wahrheit vermittelt. „Der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege“, sagt er einem Schriftgelehrten, der Jesus nachfolgen wollte, wohin ER auch ginge.

Wenn wir Gewohntes ablegen, bedeutet das für uns „Verlust“ und wir bedürfen des Trostes. Der Heilige Geist ist der Trost Gottes für uns Menschen. Er wird uns lehren und an alles erinnern, was Jesus gesagt hat.
Und so macht der Heilige Geist aus trostbedürftigen Menschen, trostspendende Menschen für andere.

In einem Gespräch wurde mir die ganze Verlorenheit, die ganze Angst und das Verzweifeltsein am Leben eines Menschen bewusst. Dieser mein Bruder benötigte Trost und Gottes Nähe. Und so haben wir über seine Situation gesprochen. Er musste eine Therapie beginnen, hatte jedoch Angst vor der dadurch bevorstehenden Veränderung. Am Ende unseres Gesprächs haben wir dann Gott im Gebet um Trost, Hilfe, Kraft und Mut zu diesem für ihn so wichtigen Schritt gebeten.

Gehen wir mit offenen Augen, Ohren und vor allem mit einem offenen Herzen durch unsere Zeit. Menschen bedürfen des Trostes.

Der Geist der Schöpfungskraft.

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser“. (1. Mo. 1,1 - 2)

Künstler geben viel von ihrem Geist in die Schöpfung ihrer Werke hinein.
Als mir die Möglichkeit zuteil wurde, die Stationen der Moskauer Metro (U-Bahn) zu erkunden, sah ich Werke die einen imposanten Eindruck vermitteln. Designer und Künstler konnten ihrer Schöpfungskraft beim Erbauen der Stationen zum Teil „freien Lauf“ lassen. Die Werke sind von vielen, unterschiedlichen Inspirationen geprägt, obwohl es sich in der Hauptsache um die Geschichte der Sowjetunion mit ihren hinreichend bekannten Führern handelt.
Nicht weniger – nein viel mehr tat und tut Gott in seine Schöpfung hinein. Du bist seine Schöpfung! Alle Schöpfung steht unter dem Einfluss des Heiligen Geistes. Gott lässt sich das nicht nehmen. Er wird weiter seine Schöpfung mit seinem Geist versorgen. Es liegt an uns, diesen Geist in und an uns wirksam werden zu lassen. Daher hat Gott auch an seiner verlorenen, kraftlosen und durch Sünde zerstörten Schöpfung (dem Menschen) gehandelt und Jesus Christus als Erlöser zu uns gesandt, um ein Neues in uns zu schaffen.
Der Heilige Geist kann auch nicht aus uns oder durch uns jemanden zuteil werden. Es war und ist Gottes Handeln durch Menschen am Menschen.

Möge Gott uns auch an diesem Pfingstfest das Herz, unser Leben öffnen, unsere eigenen Schranken und Grenzen beiseite tun, damit uns die volle Freude aus dem Heiligen Geist zuteil wird. ER möge seine Gemeinde wieder neu mit dem Heiligen Geist erfüllen und ausrüsten, damit wir als Zeugen der großen Gnade unseres Gottes und Vaters in unsere Zeit hinein wirken können.
„Herr Jesus Christus, damals hat die Pfingstpredigt die Herzen und Sinne der Zuhörer ergriffen. Sprich auch heute hinein in die Gemeinden und lass die Hörer froh werden über dein Wort.“ (aus: „Die Losungen 2010 – Gottes Wort für jeden Tag“, Pfingstsonntag)

Stefan Weber, Herford

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