Ich glaube – aber nur, was ich sehe

Das ist eine beliebte Antwort auf die Frage, ob jemand an Gott oder den Heiligen Geist glaubt. Mal davon abgesehen, dass Menschen oft an ganz andere Dinge glauben, die sie nie gesehen haben und die oft nicht sehr glaubwürdig sind, stelle ich mir die Frage – und was ist mit mir und dir?

Heute glauben wir daran, dass Sternenkonstellationen unser Leben beeinflussen, daran, dass Steine heilen, daran, dass wir als Baum oder Tier weiterleben, daran, dass aus einer einzigen Zelle eine so komplexe Welt wie die unsere entstehen konnte, an fliegende Untertassen, wir glauben daran, was Wissenschaftler uns über die Erde von vor Jahrmillionen erzählen, obwohl sie selbst nicht dabei gewesen sind, usw. Aber der Glaube an die Gegenwart des Heiligen Geistes hier und heute und unter uns fällt vielen schwer.
„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“
Hebräer 11, 1

Wie steht es mit unserem Glauben an das, was uns Jesus versprochen hat? Nehmen wir den Heiligen Geist in unserem Leben wahr?

„Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote. Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“ Johannes 14, 15 - 17

„Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.“ Johannes 16,7

Es ist so großartig, wie Jesus für uns sorgt. Er kümmert sich um eine „Vertretung“ nachdem er diese Erde sichtbar verlassen hat. Und es ist sogar noch mehr als das.
Schauen wir uns an, was in der Bibel über das Wirken des Heiligen Geistes steht, so stellen wir fest, welchen unermesslichen Reichtum Jesus uns hier geschenkt hat.

Altes Testament
• Der alttestamentliche Prophet Jesaja hat sechs Wesenszüge des heiligen Geistes vorausgesagt: „Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor... Der Geist des Herrn lässt sich auf ihm nieder: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.“ nach Jesaja 11, 1-2
• Gabe der Prophetie (1. Samuel 10,11)
• Gabe Wunder zu tun
(1. Könige 17,16) (1 Könige 17)
• Gabe der Weisheit (1 Könige 3,5-28 EU)
• Gabe des Glaubens und des Gebets
(Daniel 3,17 und 6,11-23)

Neues Testament
Es gibt im Neuen Testament mehrere unterschiedliche Listen der Gaben des Heiligen Geistes, und zwar in Römer 12, 6-8, 1 Korinther 12, 8-10, 12, 28-31,
Epheser 4, 7. 11f, 1. Petrus 4 , 9-11.

Zu den Gaben des Heiligen Geistes zählen laut 1. Kor 12,8-10:
• Mitteilung von Weisheit
• Vermittlung von Erkenntnis
• Glaubenskraft
• Krankheiten heilen
• Wunderkräfte
• Prophetisches Reden
• Unterscheidung der Geister“

Sicher ist diese Aufzählung nicht abschließend, aber so beeindruckend, dass ich es fast nicht glauben kann, dass denen, die den Heiligen Geist empfangen haben, dies alles möglich sein soll. Es klingt zugegebenermaßen ungewöhnlich.
Dann frage ich mich, wie bekommen wir denn nun diese besondere Gabe, dieses wunderbare Geschenk unseres Herrn? Auch dazu gibt es einige Aussagen in der Bibel, aber ich möchte hier nur eine herausgreifen.

„Da sprach Petrus zu ihnen: Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.“ Apostelgeschichte 2,38

Diese Zusage gilt einfach JEDEM Menschen. Und die Auswirkungen des Heiligen Geistes bleiben nicht unsichtbar. Sie offenbaren sich. Öffnen wir unsere Augen dafür. Streben wir danach, greifen wir danach, dass sich der Heilige Geist in unserem Leben Bahn brechen kann, dass seine Gaben in uns wachsen können und zum Segen für andere und zur Ehre für unseren Herrn Jesus Christus werden. 1. Mose 12,2
Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein. Können wir das für uns annehmen? Streben wir danach, diese Zusagen in unserem Leben erfüllt zu sehen? Fragen wir Gott danach? Beten wir darum? Was hindert uns daran? Lassen wir es doch Pfingsten werden in unserem Leben. Lernen wir diesen unsichtbaren Tröster kennen und erleben, dass die Zusagen unseres Gottes unumstößlich sind und das nicht nur die Dinge wahr sind, die wir sehen und anfassen können.
So können wir erleben wie tröstlich, wie Mut machend, wie erleichternd es ist, dass wir unseren Alltag nicht allein bewältigen müssen – wo oft alle Sicherheiten wegbrechen, wo wir fast verzweifeln. Unser Herr ist bei uns – in Gestalt des Heiligen Geistes – in jeder Sekunde unseres Lebens. Er sorgt für uns. Er lehrt uns. Er liebt uns. DAS IST SEIN VERSPRECHEN!
Und ER hält was ER verspricht! Gelobt sei Jesus Christus!

E. Mücke

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