Rückblick nach München

Ökumenischer Kirchentag

Es ist vorbei. München atmet wieder auf - alles hat gut geklappt. Der ÖKT ist überstanden. Die Veranstalter geben eine Zahl von ca. 160.000 Teilnehmern an.
Nun, mit Zahlen wird man überfrachtet und jeder rechnet diese nach oben oder unten. Die Gruppe dieser vielen – oft von weit her angereisten – Ökumeniker (Christen, die den gemeinsamen christlichen Weg suchen), in dieser großen Anzahl als Münchner zu erleben, sich unter ihnen zu befinden, war ein besonderes Erlebnis. Wichtig ist zu wissen, dass dieser Kirchentag von den Laienorganisationen der beiden großen Kirchen veranstaltet wurde und die theologischen „Größen“ geladene Gäste waren.

Die Münchner kennen große Veranstaltungen und die damit verbundenen Probleme: Chaos in den öffentlichen Verkehrsmitteln und auf den Straßen, Dreck und Unrat, der nach Beendigung bleibt. Aber es war dieses mal anders. Man sprach miteinander, man leitete die Fremden (sie fragten auch anders) und erlebte in der überfüllten Stadt eine tolle Atmosphäre.
Viele weitere christliche Organisationen hatten sich auf diese Tage vorbereitet und Aktivitäten, Veranstaltungen und Beiträge zu diesem Kirchentag geplant. Übernachtungen in Schulen, Kirchenräumen und in Privatwohnungen wurden bereitgestellt. Es lief richtig rund, man konnte es auch in den Medien nachlesen.

Auch in den Gemeinderäumen der Münchner Gemeinde war es möglich, eine Gruppe von aktiven Ökumenikern zu beherbergen. Eine große Anzahl der aktiven Christen des Apostolischen Netzwerkes, welche im Zentralbereich der ökumenischen Veranstaltungen einen Stand hatten, waren – weil sie genügsam waren – dort gut untergebracht. Am Himmelfahrtstag konnte in der Gemeinde eine Abendandacht mit guten, freudigen, dankbaren Beiträgen und viel Gesang erlebt werden. Die Aktivitäten der Gruppe können nachgelesen werden unter www.apostolische-geschichte.de und sind, nach meinem Empfinden, im Rahmen der Ökumene als bemerkenswert und wichtig anzusehen.

Den Münchnern Geschwistern wurde nahegelegt, an den Veranstaltungen des Kirchentages und besonders an den ökumenischen Gottesdiensten und Feiern teilzunehmen. Einen nachhaltig bleibenden Eindruck vermittelte die ökumenische Vesper der orthodoxen Kirchen, eine im Freien durchgeführte Veranstaltung der „1.000 Tische“, welche mit dem Teilen und Austeilen des gesegneten Brotes, des Wassers und der Äpfel einen Höhepunkt fand, zumal über 10.000 Teilnehmer gleichzeitig an dieser ‚Feier‘ teilnahmen.
Leider ist aufgrund der unterschiedlichen Lehraussagen und kirchlichen Ordnungen immer noch kein gemeinsames Abendmahl, keine Eucharistiefeier, möglich. Daher wurde diese Vesper als Ersatz gerne angenommen.

So in der Mitte der vielen gläubigen Christen zu sein, mit Ihnen zu diskutieren und zu singen, zu beten, zu tanzen und Gott zu erleben – das war vielen eine Reise nach München wert.
Ja, und für mich persönlich war es ein tolles Angebot, welches ich allerdings wegen der Vielfalt der unterschiedlichsten Aktivitäten absolut nicht ausschöpfen konnte.

Rainer Spree, München

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