Unsere Ursprünge – unser Weg 6

Im vergangenen Beitrag wurden die apostolischen Anfänge in den Niederlanden thematisiert und es wurde bereits auf die Anfänge der Neuapostolischen Kirche in Deutschland unter dem ersten „Stammapostel Friedrich Krebs“ hingewiesen. Zwei Entwicklungen der jungen Gemeinden sind hier bemerkenswert und sollten für die Neuapostolische Kirche in den kommenden hundert Jahren immer wieder zum Streit- und Spaltungsthema werden: das „Stammapostelamt“ und die „Lehre vom Neuen Licht“.

Friedrich Krebs, auch Fritz Krebs genannt, wurde am 30. Juli 1832 in Elend (Harz) geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist fast nichts bekannt. Einige Jahre muss er im Nachbardorf Sorge aufgewachsen sein. Aus seiner später oft wiederholten Äußerung „Ich bin in Elend geboren und in Sorge erzogen worden“ kann man ableiten, dass er damals in recht ärmlichen Verhältnissen gelebt hat. Später arbeitete Friedrich Krebs als Bahnwärter in Schladen im Harz. Dorthin brachte ein Schneidergeselle, Fritz Vollbohm, das Zeugnis vom wieder aufgerichteten Apostelamt, von dem er bei einem Besuch bei seinem Bruder in Hamburg Kenntnis erlangt hatte.
Aus der Hamburger katholisch-apostolischen Gemeinde war 1863 durch die Trennung unter Friedrich Wilhelm Schwarz und Heinrich Geyer die Allgemeine christliche apostolische Mission (AcAM) entstanden. Deren erster Apostel, Carl Louis Preuß, kam im Jahr 1864 nach Schladen und versiegelte in einem nahen Waldstück, das bereits zum Königreich Preußen gehörte, weil im Königreich Hannover keine Religionsfreiheit herrschte, Friedrich Krebs und andere zum apostolischen Glauben Gekommene. Es war dies die erste Versiegelung der „neuen apostolischen Ordnung“ außerhalb Hamburgs. Gleichzeitig wurde Friedrich Krebs zum Unterdiakon ordiniert. Er missionierte im Harz, aber auch im Braunschweiger Raum und wurde 1866 zum Priester und 1874 zum Ältesten ordiniert. Dabei erwies es sich als vorteilhaft, bei der Bahn zu arbeiten, da er so die Reisen in seinem immer größer werdenden Verantwortungsbereich kostenlos durchführen konnte.

Am 31. März 1878 rief der Prophet Geyer in Abwesenheit seines Apostels Preuß in Hamburg Johann Friedrich Güldner zum Apostel für Norddeutschland und Skandinavien und damit zum Nachfolger des schwer erkrankten Preuß. Dies konnte Preuß nicht recht sein, denn er hatte eigene Nachfolgepläne und wurde von dem Ältesten Fritz Krebs aus den Harzgemeinden unterstützt.
Am 25. Juli 1878 starb Preuß und der gerufene, aber noch nicht ordinierte, Apostel Güldner sollte sein Amt antreten. Dem widersprach eine starke Gemeindegruppe, welche von dem Hirten Eduard Wichmann geführt wurde, den Preuß noch auf seinem Sterbebett als Nachfolger eingesetzt hatte. Die rechte Hand Wichmanns war Fritz Krebs. Die Folge war, dass Wichmann Geyer für abgesetzt erklärte. Geyer und Güldner verließen mit ca. 250 der 300 Mitglieder die Hamburger Gemeinde; die anderen Gemeinden im Harz hielten weitgehend zu Wichmann und Krebs, ebenso die Apostel Bösecke und Hohl, nicht jedoch Apostel Hoppe. Das Geschehen am 4. August 1878 wird von einigen Religionswissenschaftlern als die Geburtsstunde der „Neuapostolischen Kirche“ betrachtet, die sich aus dem Rest der Hamburger Gemeinde, den kleineren Gemeinden im Harz sowie den von Apostel Menkhoff und Schwarz zwischenzeitlich in den Niederlanden und Westfalen gegründeten Gemeinden entwickelte.
Am 27. Juni 1879 wurde Friedrich Krebs von Apostel Menkhoff, der nach der Trennung im August 1878 die Verwaltung der Gemeinden übernommen hatte, ohne vorhergehende prophetische Rufung zum Bischof ordiniert. Schneller als Apostel Schwarz und Menkhoff lieb sein konnte, erfolgte bereits im gleichen Jahr durch den Propheten August Hugo in Osterode die Apostelrufung von Krebs.
Die Apostelordination erfolgte jedoch erst am 27. Mai 1881 durch Apostel Menkhoff ebenfalls in Osterode.

Ebenfalls aus Schladen war der Bahnarbeiter Niemeyer, der nach Australien ausgewandert war und dort missioniert hatte. Er wurde bei einem Besuch in der alten Heimat am 25. Juli 1886 in Osterode ebenfalls zum Apostel gerufen und als Apostel für Australien ordiniert. Die drei Apostel Menkhoff, Krebs und Niemeyer verfassten einen Versöhnungsbrief an Apostel Woodhouse von den katholisch-apostolischen Gemeinden, den dieser allerdings nie beantwortete.

Ab 1887 war Apostel Menkhoff durch Krankheit zunehmend genötigt, sich bei wichtigen Amtshandlungen und Entscheidungen von Friedrich Krebs vertreten zu lassen. Die Gemeinden standen nun zunehmend unter seinem Einfluss und sein Ziel war es, die Gemeinden organisatorisch und lehrmäßig fester zusammenzuschließen, den Einfluss des Prophetenamtes zurück zu drängen bzw. auszuschalten und das Kollegialitätsprinzip der bis dahin ziemlich autonom wirkenden Apostel aufzugeben.
1888 nahm Krebs Verbindung mit Apostel Obst auf, dem Nachfolger von Apostel Bösecke in Schlesien, der im Einflussbereich der AcAM von Geyer stand, erkannte seine Rufung an und ordinierte ihn selbst in Braunschweig zum Apostel für Schlesien. Auch der Nachfolger von Apostel Hohl in Hessen, Gustav Ruff, stellte den Führungsanspruch von Krebs nicht in Frage. Nur die größte apostolische Autorität, Friedrich Wilhelm Schwarz, verweigerte den Zuspruch. Als 1895 sowohl Schwarz als auch Menkhoff starben, waren für die Durchsetzung der Krebschen Ziele alle Hindernisse beseitigt.
Das Thema „Neues Licht“ ist mit der Entwicklung bzw. der Entstehung des Stammapostelamtes eng verbunden. Es ist kein Thema, das in den vergangenen Jahrzehnten sehr präsent war, viele kennen es noch nicht einmal. Es ist jedoch deswegen interessant, weil sich seine Auswirkungen wie Fäden durch die Geschichte der Apostolischen ziehen. Es hat die apostolischen Gemeinschaften geprägt, manche sogar dominiert. Die im Folgenden aufgezeigten Quellen legen nahe, dass diese Lehre verantwortlich für die Entstehung des Apostelamtes Juda, Gemeinschaft des göttlichen Sozialismus und der daraus hervorgegangenen Gemeinschaften ist, die vorwiegend in Ostdeutschland beheimatet sind und insgesamt mehr als dreimal soviele Mitglieder aufweisen wie die VAG. Auch die Lehre der Apostolisch Genootschap in den Niederlanden, obwohl zeitlich deutlich später einzuordnen, trägt Züge der Lehre vom Neuen Licht. Auch in der Neuapostolischen Kirche und den aus ihr hervorgegangenen Gemeinschaften haben sich theologische Auffassungen bis heute erhalten, die auf diese Lehre zurück gehen.

Es scheint dabei nicht leicht, die theologischen Inhalte einer Lehre zu umreißen, die nie kodifiziert wurde, deren Inhalte selbst schwer festzulegen sind und maßgeblich von den handelnden Personen selbst geprägt wurden, ohne unbedingt fester Lehrbestandteil im Sinn eines Glaubensartikels zu sein.

Wenn wir die Auseinandersetzungen zwischen Holland und Deutschland und in Deutschland um 1878 anschauen, so ging es wesentlich um Fragen der Lehre. Für jemanden, der mit der Lehre der katholisch-apostolischen Gemeinden vertraut ist, stellt sich insbesondere eine Frage: Da wir es bei der Amtsenthebung des Apostels Bemmel durch den Apostel Krebs zum ersten Mal mit einer Amtsenthebung eines Apostels durch einen anderen zu tun haben – woher nahm Krebs die Autorität dafür? Denn nach katholisch-apostolischem Verständnis ist das apostolische Amt von Gott gegeben, niemand hat das Recht, einen Apostel seines Amtes zu entheben. Dies wurde in der neuapostolischen Geschichte späterer Jahrzehnte konsequent missachtet.

Wir stoßen in den zeitgenössischen Quellen im Zusammenhang mit den Umbrüchen in Holland auf einen interessanten Begriff. Es wird Krebs der Vorwurf gemacht, die Lehre des „Neuen Lichtes“ in den Niederlanden entgegen dem Vermächtnis von Apostel Schwarz einführen zu wollen.

Zunächst folgt ein Zitat aus der Sicht der Gegner von Krebs:

„Sie [Krebs] priesen das sogenannte „Neue Licht“, welches Sie entzündet haben. Worin Ihr „Neues Licht“ bestand, ist endlich offenbar geworden. SIE SIND EIN NEUER CHRISTUS, ein neuer König, ein Vater der Väter; von Ihnen, nur von Ihnen kann man es erhalten und in Ihrem Namen muss alles geschehen: Predigt und Vergebung der Sünden; die Salbung der Kranken darf und soll nicht mehr im Namen Jesu Christi erfolgen [...], aber wie Ihre Diener das denn auch tun: IN IHREM NAMEN, wie einem falschen Christus, unter Zauberformeln des Apostelwortes und gesandten Amtsgeistes.“

Dieser durchaus interessante Vorwurf soll durch ein weiteres Zitat ergänzt werden, dieses Mal aus der Innensicht der damaligen NAK:
„Soll der Leib Christi [die Kirche] einen Menschen zum Haupte haben? Nein, Christus ist das Haupt seines Leibes, das sichtbare Haupt in seinen gesandten Aposteln. Wer euch höret, der höret mich, sagt der Herr. Nun hat der Leib Christi aber nicht soviel Häupter wie Apostel sind, vielleicht [sic!] zwölf, sondern nur ein Haupt, der eine Christus ist in den Zwölfen, um aber auch dieses in der Einheit zu erhalten, muss auch wieder ein Haupt sein, in dem die Einheit gipfelt.“

Aus diesen beiden willkürlich ausgewählten Quellen zeigen sich einige bemerkenswerte Aspekte. Zum einen finden wir noch das katholisch-apostolische Verständnis vor, dass die Kirche der (unsichtbare) Leib Christi ist, der von Aposteln geleitet wird. Interessant scheint auch die hier noch vorgenommene Festschreibung des zwölffachen apostolischen Amtes zu sein.

Nun tritt aber eine neue Leitungsfrage hinzu: Der Leib Christi hat auch ein Haupt, wo ist dieses Haupt? Wie und in wem wirkt es? Daraus entwickelt sich offenbar das oben skizzierte Konzept, dass Christus als Teil der Dreieinigkeit im apostolischen Amt wirkt, sozusagen in ihm gegenwärtig ist. Daraus resultierte z.B. bis 1984 in der VAG und bis 2010 in der NAK, dass das „Haupt der Kirche“ nicht Christus selbst war (vgl. den 4. Glaubensartikel im VAG-Bekenntnis von 1958 und im NAK-Bekenntnis von 1992).

Der im ersten Zitat erhobene Vorwurf geht aber noch weiter: Er klagt eine qualitative Neuordnung an, in der das „Haupt der Häupter“ Christi Funktion einnimmt. Mehr noch, er sei „ein neuer Christus“, also in theologischer Hinsicht gleichrangig.

Was war das Neue Licht, was sagte es aus? Offenbar drehte sich das Neue Licht um dreierlei Charakter in einer Gestalt, nämlich einem prophetischen und einem apostolischen sowie einem göttlichen Element, die sich „im Fleisch“ finden. Dieser Dreiklang vereinigt sich nun „im Fleisch“, „in der Einheit“. Die Einheit der Apostel ist damit mehr als nur ein bloßer Verbund von Männern, die das apostolische Amt ausführen, sie ist zugleich Quelle göttlicher Offenbarungen und in gewisser Weise auch Gott selbst, nämlich Jesus im Fleisch. In allen apostolischen Gemeinschaften des 20. Jh. wird bzw. wurde die Einheit der Apostel bzw. die Einheit des Apostelamtes immer besonders betont.

Die Lehre vom Neuen Licht beinhaltete explizit:

1. die Ablehnung des Prophetenamtes und prophetischer Rufungen. Diese gehen nach der Lehre vom Neuen Licht im Apostelamt auf.
2. die Etablierung eines Hauptamtes im Apostelkreis, des Stammapostelamtes.
3. die Lehre von der Realpräsenz Christi in der "Einheit" der Apostel, der gegenüber die Wiederkunft in den Hintergrund tritt.
4. die Betonung der Einzigartigkeit der Apostel, die mit der Einheit verbunden waren, und damit implizit die Ablehnung "autonomer" Apostel wie in den katholisch-apostolischen Gemeinden.
5. feste Heilszusagen durch die Wirksamkeit der Apostel.

Die Apostolische Gemeinde versteht sich im Neuen Licht nicht mehr als Mustergemeinde unter allen Christen, sie ist nun der einzige Ort, an dem „wahres“ Christentum gelebt werden kann. Der Glaube an „Jesus in der Sendung“ ist dafür essentiell, also der Glaube daran, dass Jesus im Fleisch der Einheit wirkt - platt formuliert, dass die Apostel in ihrer Gesamtheit nicht nur von Jesus getrieben werden sondern diesen darstellen. Auch die Aussagen vom „lebendigen Wort am Altar“ sind ein Ausdruck dieser Lehre.
Es ist wohl nicht zuviel gesagt, zu behaupten, dass die Apostolische Gemeinde an dieser Stelle den reformatorischen Grundsatz „sola gratia“, also die Gewissheit, Gottes Heil allein aus Gottes Gnade zu empfangen, aufgab; das Wort der Apostel ist es, das vom Gericht, also Gottes unbarmherziger Gerechtigkeit, befreit. Diese Haltung deutet sich in den vorigen Jahrzehnten bereits an; die katholisch-apostolischen Gemeinden erleben ein zunehmend exklusiver werdendes Selbstverständnis für ihre sakramentalen Handlungen, und auch in den Gemeinden von Schwarz finden sich derartige Tendenzen. Nicht Gnade, sondern die Handlung des Apostels ist es, die allein über Heil oder Unheil entscheidet.

Ganz konsequent dazu finden sich im Apostolischen Gesangbuch nun auch zum ersten Mal im Liedgut festgeschriebene Elemente der Kirchenkritik, die sich insbesondere gegen die etablierten großen Kirchen des späten 19. Jahrhunderts richtet.
Zwar enthielten schon die frühen katho-lisch-apostolischen Liturgien und das Testimonium zum Teil äußerst kritische Äußerungen gegenüber den Kirchen; eine Festschreibung im Liedgut selbst fand aber kaum statt.

In Karl Handtmanns Buch über die „Neu-Irvingianer“, wie die Neuapostolischen lange Zeit genannt wurden, findet sich eine interessante Zusammenfassung der Kontroversen im Raum Berlin um 1902:
„Während nach dem gedruckten „apostolischen Glaubensbekenntnis“ der „apostolischen Gemeinde“ die persönliche Wiederkunft des Herrn in den Wolken des Himmels festgehalten wurde, hatte Julius Fischer „Jesum im Fleische erkannt, und zwar als Haupt in den Aposteln, die Wolke als die Zeugenschar (apostolische Gemeinde).“ So, behauptet Fischer, hätte auch Krebs geglaubt, aber „statt allen die Wahrheit zu sagen: Ja, meine Lieben, es ist so, es ist uns ein neues Licht [sic!] darüber aufgegangen, fürchtete er sich vor allen seinen Aposteln und allen Ämtern, die ihm in Braunschweig hart zu Leibe gingen.“

Dreierlei ist hier interessant: Zum ersten wird hier ein Zusammentreffen in Braunschweig beschrieben, bei dem es offenbar zu einem teilweisen Abrücken vom dogmatischen Charakter der Lehre gekommen sein muss. Zum zweiten legt das Zitat nahe, dass insbesondere Apostel Krebs bei der Verbreitung der Lehre bis dahin eine wesentliche Rolle spielte. Und zum dritten wird hier der Zusammenhang der Lehre vom Neuen Licht mit der Entstehung des Apostelamts Juda noch einmal deutlich:
Das Apostelamt Juda hat die von Krebs begonnene Lehre konsequent fortgeführt, und sich in der Folge völlig vom christlichen Gottesbild abgewandt. Nach der Lehre des Apostelamtes Juda ist am 2. Mai 1902 Jesus Christus „im Geist“ in Julius Fischer wiedergekommen.

Über die weitere Entwicklung der Lehre nach 1902 können in diesem Artikel nur begrenzte Aussagen gemacht werden. Ein bemerkenswertes Schreiben von Johann Gottfried Bischoff (ca. 1918) deutet aber, wie oben schon vermutet, auf eine be-
grenzte Abkehr von der Lehre vom Neuen Licht hin:

„Es ist ein Wahn zu glauben, Jesus wohne nur im Fleisch des Apostels. Wie hart war man gegenüber Andersgläubigen! Wie hat man die oft verdammt?! Aber, man hat nicht bedacht, dass in des Vaters Hause viele Wohnungen sind und dass der liebe Gott viele Lehrkörper auf Erden hat. Ja, es kommt leider nur zu oft vor, dass den Gesandten [den Aposteln] mehr Ehre gezollt wird als dem Sender, und dahin müssen wir kommen, dass der Herr als Grund und Eckstein an den richtigen Platz kommt in seinem Werk.“

Einen offiziellen Widerruf der Lehre vom Neuen Licht gab es aber nicht. Ihre Auswirkungen ziehen sich durch die Literatur der NAK und anderer apostolischer Gemeinschaften, nun insbesondere durch die Musikliteratur. Immer wieder flackert die Lehre auf, wird aber in der NAK nie mehr dogmatisiert. Entsprechend unscharf ist die Haltung der NAK zur Lehre vom Neuen Licht – immerhin entstammt die theologische Rechtfertigung des Stammapostelamtes dieser Lehre. So findet sich in der Literatur zum Beispiel folgendes Zitat:

„Der Prüfstein, ob wir immer im Licht sind, ist der Alltag. Oft verdunkelt sich alles. Im Hause Gottes bekommen wir dann neues Licht. Dieses Licht soll in die Welt strahlen, deshalb sind wir hier auf Erden.“

Ab 1896 wurde Friedrich Krebs als „Stammapostel“ bezeichnet, eine weitere gebräuchliche Benennung ist „Einheitsvater Krebs“. Pfingsten 1897 ließ er sich den Titel „Stammapostel“ von den übrigen „Aposteln" in Bielefeld bestätigen. Er starb am 21. Januar 1905 in Braunschweig an den Folgen einer Lungenentzündung.
Ihm folgte der am 21. Juli 1896 als Nachfolger für Apostel Menkhoff für Westfalen ordinierte Hermann Niehaus. Dieser galt vielen Gemeindemitgliedern damals als direkter „Träger des Geistes des verstorbenen Stammapostels Krebs". Seine Bedeutung für die Entwicklung der NAK im Hinblick auf innere Festigung, Ausbreitung und Profilgebung ist außerordentlich groß.

Wir haben also gesehen, dass mit der Aufgabe der katholisch-apostolischen Grundprinzipien (autonomes Apostelamt, prophetische Amtsrufungen, reichhaltige Liturgie etc.) durch leitende Männer, die selbst nicht mehr in der Tradition der KAG standen, ein neuer Geist in die apostolischen Gemeinden einzog, der zu neuen Ämtern und Lehren führte, deren Nachwirkungen wir bis heute spüren.

Volker Wissen und Matthias Eberle, August 2010

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