Adventssehnsucht

Das Wort ADVENT aus dem lateinischen übersetzt bedeutet „Ankunft“. Es ist die Vorbereitungszeit auf das Fest der Geburt Christi.

Mit dem ersten Adventssonntag beginnt das Kirchenjahr. Die vielen Volksbräuche in der Adventszeit wie Lärmumzüge, Glückwunsch, Heische- und Orakelbräuche gehen zum Teil auf vorchristliche Vorstellungen zurück, bringen aber vor allem die Freude über die Geburt Jesu Christi und die Erwartung seiner endgültigen Wiederkunft zum Ausdruck.
Die Ursprünge des Adventskranzes gehen auf die Kerzenandachten des Hamburger Theologen J. H. Wichern zurück; Holzreif mit 24 Kerzen, 1851 erstmals mit Tannengrün geschmückt. Nach dem Ersten Weltkrieg verbreitete sich der Adventskranz mit vier Kerzen zunächst in Norddeutschland, um 1930 im gesamten deutschen Sprachraum sowie darüber hinaus.

Für uns als Christen hat die Aussage „Vorbereitungszeit auf das Fest der Geburt Christi“ einen besonderen Stellenwert. Im Gegensatz dazu steht ein wirtschaftlicher Hintergedanke unserer Gesellschaft. Hier steht der finanzielle Gewinn in der Adventszeit im Vordergrund. Größtmöglichen Umsatz machen heißt die Devise. Was hat das mit der Wiederkunft unseres Herrn Jesus zu tun?

Wir Christen erinnern uns an seine Geburt und freuen uns auf sein erneutes Erscheinen, was er uns zugesichert hat. Das ist die rechte Freude eines Christen. Der Brauch, seinen Lieben Freude zu bereiten durch das gegenseitige Beschenken, sollte an zweiter Stelle stehen.

Leider lassen auch wir Christen uns all zu leicht von den Angeboten zur Kauflust verführen und werden von der Hektik erfasst. Aber gerade diese Zeit sollte eine Zeit der Stille und Besinnung sein. „Vorfreude, schönste Freude, Freude im Advent“ oder: „Wenn der Heiland als König erscheint“, das sind Lieder, die auf die Freude über die Wiederkunft unseres Herrn hinweisen und die rechte Freude in unseren Herzen auslösen sollen. So wünsche ich allen eine besinnliche Adventszeit ohne Hektik, die durch unnötige und überzogene Einkäufe bestimmt ist. Für alle, die noch im Berufsleben stehen, ist gerade der Dezember ohnehin durch die Jahresabschlüsse stark belastend, und einen zusätzlichen Stress sollte man versuchen zu vermeiden.

Heinz Göcker

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