Christ, der Retter ist da

Die dramatische Rettungsaktion der 33 eingeschlossenen Bergleute in Chile ist uns sicher noch deutlich in Erinnerung. Die Männer konnten sich in 700 m Tiefe in einen Schutzraum retten, in dem sie zwei Wochen lang ohne jeden Kontakt nach außen und in völliger Dunkelheit lebten.

Als sich dann eine winzige Bohrsonde zu ihnen durchgrub, war der Jubel groß. Später, als dann der erste Bohrer in der Nähe der Verschütteten vordrang und sie Kontakt mit der Außenwelt und mit ihren Angehörigen aufnehmen konnten, gab es Hoffnung auf Rettung.

Nun wurden Medikamente, Lebensmittel und Nachrichten durchgegeben, und per Bildtelefon konnten sie mit ihren Familien sprechen, bis dann ein gigantischer Bohrer zum Einsatz kam, der es ermöglichte, eine Sonde zu den Eingeschlossenen herunter zu lassen, womit diese endlich gerettet wurden.

Dieses Vorkommnis erinnert auch an das Grubenunglück 1963 in Lengede, das man auch das „Wunder von Lengende“ nennt. Auch hier, als man die Hoffnung auf Rettung bereits aufgegeben hatte, wurden nach zwei Wochen elf verschüttete Bergleute gerettet. Diese dramatische Geschichte wurde mehrmals verfilmt, um nicht vergessen zu lassen, was damals geschah.

Beide Geschehnisse, das von Chile wie das von Lengede, wurde an den Fernsehgeräten von vielen Menschen auf der ganzen Welt in größter Spannung mitverfolgt.

Von einer solchen dramatischen Rettungsaktion berichtet uns auch die Bibel. „Welt ging verloren, Christ ist geboren. Freue dich, o Christenheit“. Auch hier war es eine Rettungsaktion in einer hoffnungslosen und ausweglosen Situation.
Kein Mensch war imstande, die in Schuld und Sünde verstrickte Menschheit aus ihrem Gefängnis zu befreien.
Und damit sind wir bei unserer Rettungsaktion, die Christus um unseretwillen durchführte, denn für Ihn ist eine Seele mehr wert als alle Schätze dieser Welt.

„Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe; denn du wirfst meine Sünden hinter dich zurück“ (Jes 38,17). Und Gott lässt durch Jeremia erklären: „Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte“ (Jer 31,3).

Das war der Grund für unsere Rettung: Die Liebe Gottes zu seiner gefallenen und in der Finsternis lebenden Welt. Wie wollten wir auch, in Schuld verstrickt und unter der Last und den Beschwernissen der Sünde, aus der Finsternis einen Ausweg in die Freiheit finden, um in die Gemeinschaft mit Gott zu gelangen, wenn nicht der Retter von oben her zu uns vorgedrungen wäre und uns Trost und Hoffnung zugesprochen hätte?
Das Rufen der Geängstigten hat das Wunder von Bethlehem vollbracht. Das Licht erschien in der Dunkelheit und Gott selbst kam zu den Menschen.
Nun war niemand mehr von der Gemeinschaft mit Gott ausgeschlossen. In der Gestalt eines unmündigen Kindes, dem sich jeder nahen konnte, erschien die Liebe Gottes und eine alte Prophezeiungen wurde wahr: „Das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen“ (Mt 4,16).

Aber wir lesen von einer unverständlichen Reaktion der in der Finsternis der Gedanken und Werke lebenden Menschen: „Und das Licht schien in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht ergriffen“ (Joh 1,5). Doch gibt uns Johannes 3,19 die Erklärung: „Die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse“.

Das war der Grund dafür, dass sie die Rettung aus auswegloser Lage ablehnten. Nun will Johannes uns beschwören, es diesen Menschen nicht gleich zu tun. Bedenkt doch: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh 3,16). Ging es in Chile und Lengede um das natürliche Leben, geht es hier um unser ewiges Leben. Wie viel freudiger sollten wir die Retterhand Jesu ergreifen und uns nach oben ziehen lassen.

Doch hat Gott – trotz Ablehnung – in seiner Güte und Liebe die Menschheit nicht abgeschrieben. Die Frage ist: Wie entscheiden wir uns? Bedenken wir unsere Lage. Wir sehen doch, wie unsere Umwelt zerfällt. Königreiche sind zerbrochen, die großen Religionsgemeinschaften zerfallen und die Welt wird mehr und mehr menschenfeindlich geprägt.
Das sind die Folgen der Sünde und der Ablehnung des Retters Jesus Christus, von dem Petrus sagt: „Es ist in keinem andern Heil, auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den sie sollen selig werden“ (Apg 4,12). Wollte es die Welt doch nur erkennen!

Aber deshalb ist Gott nicht machtlos. Er rettet uns nicht, weil wir gute Seiten aufzuzeigen hätten, sondern weil wir ohne ihn für ewig verloren wären und ihn deshalb brauchen. Seine Liebe ist größer als unsere Schuld und Ablehnung, größer als unser Widerstand und unser Besserwissen und effektiver als unsere Versuche, diese Welt zu retten. Sein Kommen in seinem Sohn Jesus Christus ist das Weihnachtsgeschenk für uns alle. Ohne dieses Geschenk sind die Feiertage leer und müssen mit irdischen Freuden und Genüssen gefüllt werden. Mag dieses Geschenk der göttlichen Liebe auch unscheinbar verpackt zu uns kommen, es gibt kein anderes, das diesem gleich ist. Gott kam in die Unscheinbarkeit und Armseligkeit des Stalles zu uns, in unser Elend hat ihn seine Liebe zu uns getrieben, um uns zu beschenken und reich zu machen.

Erst im Reiche Christi, wenn diese alte Welt mit ihren Vorstellungen vergangen sein wird und die Menschen, die sich haben retten lassen, im Lichte Gottes leben dürfen, wird erkennbar sein, was Gott für unsere Rettung getan hat. Singen wir das Lied von unserer Rettung und reichen wir das Licht Gottes weiter zu denen, die noch im Finstern leben, denn „Er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst, auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende nehme“.

Franz Simons, Aachen

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