Geschenke der Hoffnung

Wie ein gefüllter Schuhkarton Leben verändert

Neulich war ich zu Gast bei einer Freundin, die Katechetin ist. Will heißen, sie bereitet die angehenden Erstkommunionkinder auf ihren großen Tag im kommenden Frühjahr vor. In den wöchentlichen Treffs erleben die Kinder ein Jahr der Gemeinschaft und der intensiven Vorbereitung. Meine Freundin nennt es Religionsunterricht im kleinen Kreise.
Diese Gruppe von aufgeweckten Kindern war gerade sehr damit beschäftigt, Schuhkartons zu bekleben und kunterbunt anzumalen. Auf meine Frage, was das denn für eine ,,Weihnachtsbastelei´´ wäre, erntete ich überraschte Blicke. Ob das denn nicht deutlich zu erkennen sei, sagte man mir. Und das dies doch ganz deutlich ,,Weihnachten im Schuhkarton´´ darstellte.
Okay, Weihnachten in einer Krippe kenne ich, aber im Schuhkarton? Meine Freundin klärte mich dann vollends auf. Sie werde mit den Kindern die Schuhkartons nicht nur bunt verzieren, sondern diese auch füllen. Nämlich mit Dingen des täglichen Bedarfs und all dem, was Kindern Freude bereitet. Die Kommunionkinder wollen damit ihre Weihnachtsfreude mit anderen – armen und bedürftigen Kindern in der ganzen Welt – teilen.
Wirklich neugierig geworden, machte ich mich auf die Suche im Internet, um mehr über diese Sache zu erfahren. Und in der Tat wurde ich fündig.

Weihnachten im Schuhkarton®

1990
verwirklicht der walisische Geschäftsmann Dave Cooke einen Traum. Er bringt Hilfsgüter und Schuhkartons mit Weihnachtsüberraschungen zu Not leidenden Waisenkindern nach Rumänien.

1993
übergibt Cooke die Aktion der christlichen Hilfsorganisation Samaritan’s Purse mit Sitz in den USA.

1996
ruft Dr. Irmhild Bärend in ihrem christlichen Magazin ,,Entscheidung´´ dazu auf, Schuhkartons für Kinder in Not zu packen. Der Grundstein für die Aktion ist im deutschsprachigen Raum gelegt.

2009
wurde in Deutschland 538.238 Kindern in 14 Ländern eine einzigartige Weihnachtsfreude bereitet.

Seit 1996 wurden über 4 Millionen Schuhkartons aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an Kinder in Not verteilt. Weltweit sind es bereits über 80 Millionen.

Wie funktioniert es?

Bestechend einfach! Ein handelsüblicher Schuhkarton wird mit Geschenkpapier beklebt, mit Dingen des täglichen Bedarfs und dem, was Kindern Freude bereitet, gefüllt: Schulsachen wie Hefte, Buntstifte und Lineal oder Hygieneartikel wie Zahnbürsten und Zahncreme. Wahre Schätze sind natürlich Spielsachen wie Kuscheltiere oder kleine Puzzles. Süßigkeiten lassen Kinderherzen höher schlagen und machen das Päckchen komplett. Anschließend wird der Karton mit einem Gummiband verschlossen. Auf einem Aufkleber wird vermerkt für welche Altersgruppe (2-4, 5-9 und 10-14 Jahre) die Geschenke geeignet sind und ob sich ein Junge oder ein Mädchen über das Paket freuen darf.

Weitere Informationen kann man unter folgender Webadresse finden:

www.geschenke-der-hoffnung.org

Leider, wirklich leider, ist die Frist zur Einreichung der Schuhkartons bei Erscheinen dieses Artikels schon abgelaufen. Es wäre der 15. November 2010 gewesen. Und dennoch finde ich die Idee so gelungen, dass man dies als Anregung für das kommende Jahr nehmen kann. Im Übrigen wurden von den Kommunionkindern 10 Schuhkartons gepackt und abgegeben. Nicht nur gefüllt mit Süßigkeiten, sondern auch dem Kinderlachen einer Schar, die lernen durfte, mit wie wenig man andere Kinder glücklich und froh machen kann. Geschenke so klein, dass sie in einen Schuhkarton passen und doch so groß, dass sie für die Ärmsten dieser Welt zu einer großen Weihnachtsfreude werden.Bärbel Dahmen

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