Die Natürliche Gemeindeentwicklung (NGE)

Qualitätsmerkmal 2: Gabenorientierte Mitarbeiterschaft
In 8 Schritten zur Gabenorientierten Mitarbeiterschaft!?

Seit nunmehr gut drei Jahren wenden wir mit durchaus guten Erfahrungen in unserem Bezirk (Norddeutschland) die Prinzipien der »Natürlichen Gemeindeentwicklung (NGE)« an. Was zu Beginn den Eindruck erweckt hat, dass Gemeinde Jesu Christi »gemacht werden soll«, hat sich über die Zeit dahingehend entwickelt, dass sich Denkweisen verändert haben, ohne dass »etwas gemanagt wurde«. Vieles ist ja schon vorhanden, da es schon »gesät« wurde. Einiges davon ist aufgebrochen und konnte durch das Wirken des Heiligen Geistes wachsen und zur Entfaltung kommen.
Themenschwerpunkte waren z.B. Seelsorge, Gemeinschaft oder das Miteinander. Obwohl es in den verschiedenen Gemeinden unterschiedliche Themenschwerpunkte gab, verband sich mit dem Thema Dienst immer wieder das zweite Qualitätsmerkmal »Gabenorientierte Mitarbeiterschaft«. Bei jedem Schritt, den wir gegangen sind, tauchte immer wieder die Frage nach den vorhandenen und nicht vorhandenen Gaben auf. Besonders schwierig war die Frage zu beantworten, welche ganz speziellen Geistesgaben hat Gott mir persönlich geschenkt und welche hat er insgesamt in seine Gemeinde gelegt.
Auf Grundlage dieser Erfahrungen haben wir uns - auch gedrängt von den Jugendlichen unseres Bezirks - ausführlich mit dem Aspekt der »Gabenorientierten Mitarbeiterschaft« beschäftigt. Es hat sich gezeigt, dass es sinnvoll ist, sich dem Thema nicht nur durch Ausfüllen eines Gabentests zu entledigen, sondern dass wir uns umfassend und eingehend mit dem Thema befassen müssen.
Aus diesem Blickwinkel und anhand der verfügbaren Literatur (siehe Literaturhinweise am Ende) haben wir acht Schritte definiert, die uns zur »Gabenorientierten Mitarbeiterschaft« führen sollen. Die 8 Schritte (nicht mit den 8 Qualitätsmerkmalen zu verwechseln!) lauten:
Schritt 1: Das persönliche Gespräch mit Gott - Das Gebet
Schritt 2: Die Einordnung in die NGE
Schritt 3: Begriffsdefinitionen
Schritt 4: Der persönliche Ausgangspunkt - Der 3-Farben-Kompass
Schritt 5: Das Wort Gottes - Die Bibel
Schritt 6: Der 3-Farben-Gabentest
Schritt 7: Die Gabenberatung
Schritt 8: Der Gabeneinsatz

Bevor wir uns auf die Entdeckungsreise nach unseren von Gott geschenkten Geistesgaben begeben, sollten wir das persönliche Gespräch mit unserem Gott suchen.
Es wird wiederholt deutlich, dass die Arbeit in einem Bereich (hier: »Gabenorientierte Mitarbeiterschaft«) automatisch auch immer andere Teile (hier: Gebet) des geistlichen Lebens berührt.
Obwohl das Gebet hier als erster Schritt formuliert ist, wird eindringlich empfohlen, dass dieser Schritt den gesamten Prozess begleitet!
Unsere Gebete sollten drei Teile beinhalten: 1. Lob und Ehre, 2. Dank und 3. Bitten.
Nach einem »Lob und Ehr« an unseren Gott, sollten wir unseren Gott danken, dass er uns bis zu diesem Punkt geführt hat. Zum Abschluss dürfen wir IHM auch unsere Ängste vor dem Neuen und Unbekannten sagen sowie unsere Bitten für diesen neuen Weg in seine Hände legen. Zum Beispiel können wir um Gottes Wegführung, offene Augen, Ohren und Herzen, Erkenntnis, geistliches Wachstum und vieles mehr bitten.
Schritt 2: Die Einordnung in die NGE
Wie eingangs beschrieben, baut die NGE auf acht »Qualitätsmerkmale« (QM) und sechs sogenannte »Biotischen Prinzipien« (BP) auf, die nachfolgend nur genannt werden sollen.
Bei weiterem Interesse sei hier auf die am Ende genannten Literaturhinweise und die Veröffentlichungen in verschiedenen Herold-Ausgaben ab 2001 verwiesen.
Die acht Qualitätsmerkmale sind:
QM 1: Bevollmächtigende Leitung
QM 2: Gabenorientierte Mitarbeiterschaft
QM 3: Leidenschaftliche Spiritualität
QM 4: Zweckmäßige Strukturen
QM 5: Inspirierender Gottesdienst
QM 6: Ganzheitliche Kleingruppen
QM 7: Bedürfnisorientierte Evangelisation
QM 8: Liebevolle Beziehungen
Die sechs Biotischen Faktoren sind:
BP 1: Vernetzung
BP 2: Multiplikation
BP 3: Energieumwandlung
BP 4: Mehrfachnutzen
BP 5: Symbiose
BP 6: Funktionalität
Schritt 3: Begriffsdefinitionen
Im Zusammenhang mit dem QM 2 »Gabenorientierte Mitarbeiterschaft« werden wiederholt Begriffe verwendet, die eindeutig sind und dadurch oftmals falsch verwendet werden. Daher sollen hier die drei Begriffe »Gabe (Geistesgabe)«, »Universalrolle« und »Frucht« kurz erläutert werden.
Gabe
Unter einer Gabe versteht man im Zusammenhang der Lehre von den geistlichen Gaben eine besondere Befähigung aus dem Heiligen Geist.
Gott schenkt nach seiner freien Entscheidung und Zumessung jedem Glaubenden mindestens eine Gabe, wobei es vielfältige Gaben gibt, z. B. Gastfreundschaft, Heilung, Leitung, Prophetie usw.
Der Fachbegriff für geistliche Gabe lautet Charisma und bedeutet Gnadengabe, was den Geschenkcharakter verdeutlicht.
Geistliche Gaben (Charismen oder Charismata) stehen immer im Zusammenhang mit der Gemeinschaft der Glaubenden (Reich Gottes, Leib Christi, Kirche, Gemeinde), wo sie wirksam werden sollen.
Universalrolle
Unter einer Universalrolle versteht man im Zusammenhang der Lehre von den geistlichen Gaben die Eigenschaften, die jeder Christ unabhängig von seinen speziellen geistlichen Gaben selbstverständlich haben sollte, z. B. Glaube, Gebet, Opfergeben, Zeugnisgeben usw.
Er »spielt die Rolle« des Glaubenden, des Beters, des Opfernden, des Zeugen usw. nicht, weil er die entsprechende geistliche Gabe erhalten hat, sondern einfach deswegen, weil er Christ ist und diese Universalrollen selbstverständlich zum Christsein dazugehören.
Frucht
Unter einer Frucht versteht man im geistlichen Zusammenhang eine Wesenseigenschaft, die der Heilige Geist in einem Glaubenden bewirkt und zur Entfaltung bringt, z. B. Demut, Freundlichkeit, Liebe, Sanftmut, usw. Eine Frucht des Geistes hat also direkt nichts mit der Lehre von den geistlichen Gaben zu tun.
Schritt 4: Der persönliche Ausgangspunkt
In diesem Schritt ermittelt der Christ, der seine Geistesgaben entdecken möchte, seinen persönlichen Ausgangspunkt. Auf Basis der drei Farben »rot« (Engagement), »grün« (Weisheit) und »blau« (Vollmacht) wird eine von sechs verschiedenen Farbkombinationen ermittelt:
Stark in Engagement (rot) - schwach in Weisheit (grün) und Vollmacht (blau)
Stark in Weisheit (grün) - schwach in Engagement (rot) und Vollmacht (blau)
Stark in Vollmacht (blau) - schwach in Engagement (rot) und Weisheit (grün)
Stark in Engagement (rot) und Weisheit (grün) - schwach in Vollmacht (blau)
Stark in Engagement (rot) und Vollmacht (blau) - schwach in Weisheit (grün)
Stark in Weisheit (grün) und Vollmacht (blau) - schwach in Engagement (rot)
Das genaue Verfahren und weitere Hinweise können im Arbeitsbuch »Die drei Farben deiner Gaben« (siehe auch Literaturliste am Ende!) auf den Seiten 12 - 40 nachgelesen werden. Der ermittelte Ausgangspunkt (Farbkombinationen Nr. 1 - Nr. 6) wird einem von sechs Charakteren bzw. biblischen Figuren (1. Martha, 2. Thomas, 3. Maria, 4. Mose, 5. Petrus und 6. Jona) zugeordnet, die im vorgenannten Arbeitsbuch dahingehend beschrieben werden, welche Stärken und Schwächen sie hatten und wie Gott bzw. Jesus insbesondere mit den Schwächen umgegangen ist.
Auf diesem Wege ergibt sich ein Mehrfachnutzen (BP 4) in der Form, dass ich über mich und Gottes Plan mit mir nachdenke, in der Bibel lese und schließlich anderen Christen meinen Ausgangspunkt vorstelle und so zum Bibel-Lehrer werde, ohne dabei überfordert zu werden.
Ziel ist ebenfalls, unsere Wachstumsbereiche ausfindig zu machen.
Schritt 5: Das Wort Gottes - Die Bibel
Wie im Schritt zuvor erwähnt, führt bereits der persönliche Ausgangspunkt dazu, sich mit der Bibel - dem Wort Gottes - zu beschäftigen und bestimmte Fragen mit ihrer Hilfe zu beantworten.
Wir sind immer bestrebt, alles, was wir im Bereich der NGE und in diesem speziellen Fall der »Gabenorientierten Mitarbeiterschaft« tun und vermitteln, biblisch zu belegen. In diesem Zusammenhang seien an dieser Stelle zwei Textstellen erwähnt, die wir als überschriften für das Thema immer wieder nennen:
Zum einen steht im 1. Petrus 4,10: »Jeder soll dem anderen mit der Begabung dienen, die ihm Gott gegeben hat. Wenn ihr die vielen Gaben Gottes in dieser Weise gebraucht, verwaltet ihr sie richtig.» (zitiert aus der Hoffnung für Alle (HfA).
Daraus folgt unweigerlich, dass wir die von Gott aus seiner Gnade geschenkte Gabe auch kennen müssen, d. h. wir sind aufgefordert, sie zu entdecken.
Dies kann auch aus einem Wort von Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth entnommen werden (1. Korinther 10,7): »Wie auch immer sich die Gaben des Geistes bei jedem Einzelnen von euch zeigen, sie sollen der ganzen Gemeinde nützen.« (zitiert aus der HfA).
Besonderes Augenmerk liegt hier auf der Formulierung »Wie auch immer … zeigen …« Beim Lesen dieser Textstelle wurde uns deutlich, dass es verschiedene Wege gibt, wie Gott jedem von uns die von ihm geschenkten Gaben zeigt. Bei dem hier vorgestellten Vorgehen handelt es demnach lediglich um eine Möglichkeit, wie uns Gott dem Einzelnen seine Gaben zeigen möchte. Der Herr hat darüber hinaus ganz sicher viele andere Wege, wie er uns Gaben zeigen kann!
Ferner finden sich in der Bibel unzählige Stellen, wo etwas über Gaben gesagt wird. Im Neuen Testament finden sich drei Listen (Römer 12; 1. Korinther 12 und Epheser 4), in denen ausdrücklich die verschiedenen geistlichen Gaben genannt werden.
Schritt 6: Der 3-Farben-Gabentest
Der Gabentest selbst teilt sich in drei Fragebögen, einem mit 180 Fragen und 2 mit je 30 Fragen. Der Fragebogen mit den 180 Fragen ist von einem Christen, der sich auf den Gabenentdeckungsprozess eingelassen hat, selbst auszufüllen. Bei den beiden Fragebögen mit jeweils 30 Fragen handelt es sich um sogenannte »Partnerbögen«, die von zwei zu wählenden Personen auszufüllen sind. Voraussetzung für diese Personen ist, dass sie Christen sind und den zu Beurteilenden kennen.
Hinzuweisen ist, dass der Test nicht losgelöst vom Arbeitsbuch »Die drei Farben deiner Gaben« zu erhalten ist, da der Test alleine lediglich einen beachtlichem Unterhaltungswert hätte, aber nicht viel verändern würde, da er nur ein Teil des Entdeckungsprozesses ist.
Der Test kann zuhause allein oder im Rahmen eines Treffens (Seminar oder Hauskreistreffens) durchgeführt werden.
Aus bereits gemachten Erfahrungen empfehlen wir, die Testbögen in der Gruppe, die sich auf den Weg des Gabenentdeckungsprozess gemacht hat, auszufüllen, was den Vorteil hat, dass eventuelle Verständnisfragen sofort geklärt werden können. Darüber hinaus können auch gleich die Partnerbögen mit abgearbeitet werden.
Die Bögen können sowohl selbst ausgewertet werden als auch zentral von den benannten Gabenberatern.
Schritt 7: Die Gabenberatung
Die Gabenberatung wird von geschulten Gabenberatern durchgeführt. Die Schulung enthält dabei die folgenden Inhalte:
Besuch des Gabenseminars »8 Schritte zur Gabenorientierten Mitarbeiterschaft«, um die eigenen Gaben zu entdecken und sich mit den Inhalten des QM 2 vertraut zu machen.
Die Praktische übung einer »Gabenberatung«, was in einem kompakten Seminar angeboten werden sollten. Schwerpunkte sind hier: Gabenberatungsgespräche führen, Aufgabenbeschreibungen erstellen und Gabenzuordnung zu den Aufgaben in der Gemeinde.
Als Gabenberater eignen sich insbesondere Christen, die Interesse an dieser Aufgabe haben und mindestens 2 - 3 der folgenden 5 Gaben von Gott geschenkt bekommen haben:
Weisheit,
Organisation,
Seelsorge,
Unterscheidung und
Lehren.
Für den praktischen Dienst eines Gabenberaters muss dieser vor einem Beratungsgespräch Kenntnis über die in der Gemeinde vorhandenen Aufgabenbeschreibungen, Kenntnis über die Ergebnisse der bereits durchgeführten Gabentests erhalten und sich mit diesen auseinander gesetzt haben.
Ferner muss ihm ein fester Ansprechpartner der Gemeindeleitung (Vorsteher, Ältester oder anderweitig benannte Geschwister) genannt werden, an die er sich wenden kann.
Dieser durchaus umfangreichen Vorbereitung schließt sich das Beratungsgespräch an, bei dem es sich um ein persönliches Gespräch zwischen dem Gabenberater und einem Christen, der bereit ist, seine entdeckten Gaben zum Aufbau der Gemeinde des Herrn einzusetzen. Darin geht es primär darum, das Testergebnis zu betrachten, die persönliche Situation (hinsichtlich Zeit, Alter, Beruf, Schule, Studium) des Betreffenden zu erfahren und schließlich Aufgaben in der Gemeinde zu finden und zu übertragen, die ihn nicht überfordern und schriftlich fixiert werden.
In dieser Vereinbarung wird u. a. festgelegt:
Dauer: Die Aufgabe wird z. B. für ein Jahr übernommen, um nach Ablauf dieser Zeit ein erneutes Gespräch zu führen.
Umfang der Aufgabe: Die Aufgabenbeschreibung ist zwingend notwendig, damit beide Seiten (Mitarbeiter und Gemeindeleitung) wissen, was die Aufgaben im Detail umfasst.
Ansprechpartner für den Mitarbeiter: Für auftretende Fragen muss dem Mitarbeiter eine feste Kontaktperson benannt werden, an die er sich ggf. wenden kann. Z. B. könnte dies bei einem Einsatz im Kindergottesdienst der für diesen Arbeitsbereich zuständige Mitarbeiter sein oder aber auch der Vorsteher.
Benötigte Hilfsmittel: Hilfsmittel sind z. B. Literatur, Werkzeuge o. ä.
Schulungsbedarf: Nicht jeder Christ, der eine Gabe geschenkt bekommen hat und bereit ist diese einzusetzen, verfügt über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten, die Aufgabe auszuführen. Z. B. könnte ein Mitarbeiter, der die Gabe der Seelsorge hat und dieser Aufgabe in der Gemeinde nachkommen möchte, an einem »Seelsorgeseminar« teilnehmen.
Nachdem nunmehr alle Schritte durchlaufen wurden, sind wir fast am Ziel und können den nächsten, den achten Schritt wagen und unsere Gaben einsetzen!
Schritt 8: Der Gabeneinsatz
Nun sind wir an dem Punkt angekommen, an dem wir das Tun können, was uns der Herrn aufgetragen hat: »Dient ihm voll Freude, kommt zu ihm mit fröhlichen Liedern!« (Psalm 100,2, zitiert aus der HfA).
Bei der Beschäftigung mit dem Thema Gaben und Aufgaben sind uns drei verschiedene Gaben - Aufgaben - Kombinationen aufgefallen, die uns zu klarem Handeln auffordern:
Gabe vorhanden - Aufgabe vorhanden
Dieser Fall ist der, den wir uns wüschen, aber in der Regel eher selten ist. In diesem Fall sollten wir unserem Herrn danken, dass er einen Christen mit einer Gabe am richtigen Ort gestellt hat und er bereits nach seinem Plan mit uns arbeitet.
Gabe vorhanden - Aufgabe nicht vorhanden
Hier wird es schon schwerer, da wir erst erkennen müssen, was Gott mit uns vorhat. Auf der anderen Seite kann es auch wieder ganz einfach sein, da Gott sicher einen Grund hat, weshalb er eine bestimmte Gabe in seine Gemeinde legt. Er fordert uns damit auf, zu überlegen, welche Aufgabe zu der vorhandenen Gabe passt. Dies ist nicht einfach und erfordert neben Ideen und Kreativität auch das Gespräch mit Gott, der bereits alles fertig hat und wir es nur erkennen müssen.
In diesem Fall sollten wir auch den Mut haben, neues auszuprobieren und nach einer gewissen Zeit zu überprüfen.
Gabe nicht vorhanden - Aufgabe vorhanden
Dies ist wohl in Gemeinden oft der schwierigste Fall, der allerdings sehr häufig angetroffen wird. Oft wird der »nächstbeste Mitarbeiter« zu einer Aufgabe herangezogen, da die Aufgabe vermeintlich so wichtig ist, dass die Gemeinde unter keinen Umständen darauf verzichten kann.
Der Dienst wird in einem solchen Fall nicht nach Gottes Willen ausgeführt, da er uns sagt »Dient einander ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat«.
Haben wir zukünftig den Mut, eine Aufgabe auch mal liegen zu lassen, bis Gott benötigte Gabe der Gemeinde wieder schenkt und wir die Aufgabe nach seinem Willen ausfüllen können. Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, dass wir lediglich SEINE Werkzeuge sind und er uns nach seinem Plan einsetzen möchte. Und GOTT macht keine Fehler! Erheben wir uns also nicht über Gottes Plan und bringen den Mut und die Geduld auf, die aus unserer Sicht vorhandene Lücke auszuhalten.
Lasst uns in solchen Fällen die Hände falten und gemeinsam dafür beten, dass Gott uns seinen Willen, seinen Plan und Weg zeigt!
Praktische Erfahrungen
Auf Grundlage der vorgenannten 8 Schritte haben wir ein Seminar für Jugendliche entwickelt, welches das Ziel hat, jeden teilnehmenden Jugendlichen in einen seinen Gaben entsprechenden Dienst zu bringen.
Derzeit befinden wir uns mitten in der Durchführung des Seminars, da wir uns durch die relativ großen Entfernungen entschlossen haben, das Seminar in vier Einheiten über das ganze Jahr zu verteilen.
Die Einheiten haben unterschiedliche Längen (1 - 3 Tage) sowie auch jeder einzelne Schritt unterschiedliche Zeit benötigt. Einige Schritte begleiten das Seminar (Gabe, Wort Gottes, Vorstellung der 6 biblischen Figuren aus dem 3-Farben-Kompass), einige wiederum werden in einer Einheit abgearbeitet (Schritt 2 und 6).
In unser Seminar sind wir mit einem zum Thema passenden Gottesdienst gestartet und haben uns im Anschluss durch einen Vortrag mit der Einordnung in die NGE befasst sowie den persönlichen Ausgangspunkt jedes Teilnehmers ermittelt.
In der zweiten Einheit an einem Sonnabend standen die Schritte 3 - 6 im Mittelpunkt. Begonnen haben wir mit einem geistigen Impuls (Andacht), der durch Jugendliche gestaltet wurde.
Im Anschluss wurden die ersten beiden biblischen Figuren (Jona und Martha) des 3-Farben-Kompass vorgestellt. Die Vorstellung erfolgte jeweils durch Teilnehmer, deren Ausgangspunkt der jeweiligen Figur entsprochen hat. So wird jeder dem anderen zum Bibel-Lehrer und Bibel-Schüler.
Im Anschluss daran haben wir uns mit dem Wort Gottes beschäftigt und versucht herauszubekommen, was die Bibel an geistlichen Gaben nennt. Jede Gabe wurde einem der drei Farbbereiche zugeordnet und durch eine mögliche Aufgabe in der Gemeinde ergänzt.
Nach einer Pause haben wir dann gemeinsam den Gabentest ausgefüllt, der sich derzeit in der Auswertung befindet. In der dritten Einheit wollen wir ausführlich über das Ergebnis sprechen und jedem die Möglichkeit geben, sich zu seinen Gaben zu äußern. Daran anschließen soll sich dann eine Gabenberatung.
Die Einheit soll mit einem gemeinsamen Gottesdienst am Sonntagmorgen abgeschlossen werden.
In der vierten und letzten Einheit steht wiederum die Gabenberatung sowie die Aufgabenvermittlung im Mittelpunkt. Höhepunkt und Abschluss soll ein gemeinsam gestalteter Gottesdienst sein!
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir durchaus feststellen, dass sich der - auf den ersten Blick - lange Weg lohnt, um sich intensiv mit dem Thema »Gabenorientierte Mitarbeiterschaft« zu beschäftigen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Geschwistern und Christen, dass sie viele segensreiche Entdeckungen und Erlebnisse mit unserem GOTT haben.

Thomas S. Tuleweit
Literaturhinweise:
Die Bibel (ein Vergleich zwischen verschiedenen Ausgaben/übersetzungen kann sehr bereichernd sein!)
Die natürliche Gemeindeentwicklung
Praxis der Natürlichen Gemeindeentwicklung
Arbeitsbuch »Die 3 Farben deiner Gaben«
Gruppenleiterhandbuch zu »Die 3 Farben deiner Gaben«
Gabenberaterhandbuch zu »Die 3 Farben deiner Gaben«

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