11/2006

Liebe Leser!

Das Kirchenjahr geht mit dieser Heroldausgabe zu Ende. Die Schwerpunktthemen Busstag und Ewigkeitssonntag weisen unabdingbar auf die Endlichkeit unseres irdischen Daseins hin.
Der Pietist Gerhard Tersteegen besaß eine positive Einstellung zum Tode, die an Sehnsucht grenzte. Er sagte einmal in seinen Erweckungsreden: »Wenn ein Frommer (ein gläubiger Mensch) stirbt, da sollen wir nicht sagen: er ist gestorben, sondern da sollen wir sagen: er ist gen Himmel gefahren, er hat Himmelfahrtstag gehalten.« Und in einem seiner Briefe hat er geschrieben, dass die Kinder Gottes drei Geburtstage haben. Am ersten Geburtstag kommen sie auf diese Welt und durch den zweiten (Taufe) werden sie stufenweise aus dem finstern Naturstand in das Licht der Gnade versetzt. Als dritten Geburtstag betrachtet Tersteegen, wie die alten Märtyrer, den Tod, welcher »Gottes Kinder aus dieser bangen Welt erlöst, aus dem engen Gefängnis dieses Leibes der Demütigung und aus allem Druck und aller Seelengefahr, da sie recht fröhlich versetzt werden in die Weite der lieben, süssen Ewigkeit. Zwar geht es auch bei dieser letzten Geburt oft sehr unansehnlich und bedrängt her, dass das Gnadenkind wohl gar auch ächzen und weinen muss, bis es durchkommt, aber alles zu seinem Besten.«

Allerseelen

Kurz ist der Schritt vom Tummelplatz dieses Lebens in den Hades - »die Halle des Todes«. Heute ist diese Reise sogar erschreckend modern motorisiert. Wenn wir »nur« die Verkehrstoten aller Fortbewegungs- und Transportmittel der ganzen Welt für ein Jahr zusammenzählen, liefert uns diese Zahl die Erkenntnis: Die Reise von der Zeit in die Ewigkeit ist wirklich nicht weit weg!

Wohnen

Wenn an trüben Novemberabenden der Nebel unsere Städte und Dörfer einhüllt und wir fröstelnd durch die grauen Strassen gehen, dann ist wieder die Zeit da, wo wir gerne häuslich werden und uns nach der Arbeit zurückziehen in die geheizte Stube. War der Herbst vielleicht noch golden und darum voller Unternehmungslust, so möchte sich nun plötzlich auch ein Gefühl der Leere oder sogar der Traurigkeit zu uns gesellen. Vor dieser eigenartigen Melancholie dürfen wir keine Angst haben. Übertünchen wir sie auch nicht mit allerlei Geschäftigkeit! Sie ist ein Geschenk des sterbenden Jahres, das überreich war an Erlebnissen und Mühen. Jetzt darf Ruhe einkehren.

Glaube

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. (Hebräer 11,1)

Ich glaube; hilf meinem Unglauben! (Markus 9,24b)

Fürchte dich nicht, glaube nur! (Markus 5,36b)

Diese drei Texte haben etwas Gemeinsames: Sie reden vom Glauben. Um den Glauben geht es, wenn wir Christen sind, sagen wir doch: »Ich glaube an Gott, an Jesus Christus, an den Heiligen Geist.« Es gibt für uns doch nichts Selbstverständlicheres! Oder wisst ihr etwas, was selbstverständlicher ist?

Buße

(Matthäus 3,1-12)

Schon am Sonntag, 17.9.2006, feierte die Schweiz den Eidgenössischen Dank-, Buß- und Bettag. Diesem Tag wurde ein Artikel von Apostel Erwin Kindler aus dem Jahre 1983 zugrunde gelegt, der neben dem Bußgedanken auch die weiteren Aspekte vom Danken und Beten umfasst.

Lebendiges Lichtermeer

Ich erinnere mich an einen ökumenischen Gottesdienst am 3. Adventssonntag vor zwei Jahren in unserem kleinen Dorf. Es wird noch heute darüber gesprochen, und er hat eine eindrückliche Berührung und einen tiefen Nachhall weit über die Kantonsgrenzen hinaus hinterlassen. Grund dazu war ein tragisches Unglück in einer Nachbargemeinde zu Beginn der Adventszeit. Beim Brand in einer Autoeinstellhalle wurden sieben Feuerwehrmänner, die in Pflichterfüllung den Brand zu löschen versuchten, durch den Einsturz der Betondecke lebendig begraben. Alle sieben Männer - alles Familienväter - waren augenblicklich tot. Die Betroffenheit über diese Tragödie war in der ganzen Region unermesslich groß.

Gedächtnis der Entschlafenen

…ich war tot, und siehe, ich bin lebendig…
(Offenbarung 1,17-18)

»Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.«
Mit den Worten: »Ich bin's, der HERR, der Erste, und bei den Letzten noch derselbe« drückt der Herr durch den Mund Jesajas seine ewige und einzigartige Majestät aus (Jesaja 41,4 und 48,12). Durch diese Worte, die Jesus über sich selber spricht, gibt er seine absolute Gottheit zu erkennen.

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