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Weihnachts- oder Feigenbaum

Die Erwartung Gottes an unser Leben

Auch in diesem Jahr schmücken in der Weihnachtszeit wieder viele tausende Fichten, Kiefern und Tannen die Räume. Viele beleuchtete Bäume erhellen die langen Dezembernächte? Wenn wir in der Weihnachtszeit mit dem Auto unterwegs waren, sagte eine unserer Töchter als kleines Kind beim Anblick eines solchen Baumes immer: „Wieder ein O-Tannenbaum“. Wie oft wird das Lied: „O Tannenbaum“ in der Advents- und Weihnachtszeit gespielt und gesungen werden? Manche „modernen“ Leute werden es nicht mehr singen, weil der Text antiquiert ist. Heißt es da doch u. a.: „O, Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter. Du grünst nicht nur zur Sommerzeit, nein auch im Winter wenn es schneit. ... gibst Hoffnung und Beständigkeit“.

Adventssehnsucht

„Dein Reich komme!“
Fast in jedem Gottesdienst sprechen wir gemeinsam mit der Gemeinde das Vaterunser und somit auch den kurzen Satz mit den drei Worten aus Matthäus 6, 10: „Dein Reich komme“.
Ist es aber nicht so, dass wir das Gebet unseres Herrn oft ohne groß darüber nachzudenken und schematisch über die Lippen bringen? Wenn Martin Luther schon zu seiner Zeit sehr kritisch anmerkt: „Das Vaterunser ist der größte Märtyrer“, sagt das alles. Es gilt deshalb immer wieder, das alle Christen verbindende Gebet mit Leben und ernsthaftem Nachdenken zu erfüllen.
Und besonders sollten wir im adventlichen Sinn und für unsere widersprüchliche und krisengeschüttelte Zeit der zweiten Bitte des Vaterunser alle Aufmerksamkeit schenken.

Seid bereit!“ – „Immer bereit!

In Lukas 12 ab Vers 35 lesen wir:

„Ihr sollt so leben wie Diener, die darauf warten, dass ihr Herr von einer Hochzeit zurückkommt. Seid wie sie dienstbereit, und lasst eure Lampen angezündet. Wenn ihr Herr zurückkommt und klopft, können sie ihm schnell öffnen. 
Ja, freuen können sich alle, die der Herr bei seiner Rückkehr noch wach antrifft! Ich sage euch: Der Herr wird sie bitten, am Tisch Platz zu nehmen, und er selbst wird sich eine Schürze umbinden und sie bedienen. 
Vielleicht kommt er spät am Abend, vielleicht auch erst um Mitternacht.
Aber wenn er kommt und seine Diener bereit antrifft, werden sie allen Grund zur Freude haben“(Hfa).

Liebe Leser

alle Jahre wieder. Kann es etwas Neues geben, was sich dazu noch lohnt, es zu lesen. Es kommt auf einen Versuch an. Über Rückmeldungen jeder Art freut sich die Redaktion.
Wie ist diese Ausgabe entstanden? Nicht durch Verteilung von Schreibaufträgen, sondern durch Anfragen ohne thematische Vorgabe. Umso erstaunlicher ist es für mich, wie Aussagen in den verschiedenen Beiträgen zusammenpassen oder sich ergänzen.

Auf den Impuls der tägliche Bibellese zum Thema „Seid bereit“ folgte der Beitrag „Adventssehnsucht“. Auf die Frage: „Was ist das Wichtigste“ kam der Beitrag „Was macht Weihnachten wirklich aus?“. Dann folgten die Gedanken zum Jahreswechsel.

Gemeindeausflug

am 16. August 2009 nach Voerde
Gemeinden Hilden und Wuppertal

Fröhlich sich unterhaltend wartet unser Grüppchen aus den Gemeinden Hilden und Wuppertal am vereinbarten Treffpunkt auf unseren Bus. Das schöne Wetter gibt uns so richtige Reiselust. Und als der Bus seine Türen öffnet, stellen wir freudig fest, dass unser Busfahrer genauso gute Laune hat wie wir!
Unser lange geplanter Gemeindeausflug zu unseren Geschwistern nach Voerde kann also losgehen. Die Fahrt ist kurzweilig. Nur das Wetter fängt an umzuschlagen, es wird diesig.
Doch wer Sonne im Herzen hat, den kümmert das Wetter wenig. Und so werden wir auch herzlich – nach einer kleinen ungewollten Sightseeing-Tour durch Voerde – von den Geschwistern dort empfangen.

Die Heimat des Vaters zieht mich aus der Welt

„Und das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: das ewige Leben!“ (1 Joh 2, 25)
Wer an Jesus Christus glaubt, wer ihn zum Herrn hat, der hat damit auch ewiges Leben. Leben bei Gott, dem Vater!
Mit der Verheißung des ewigen Lebens steht unser Leben auf einer ewigen Grundlage. Somit ist auch unser Blick zum Himmel, der Heimat des Vaters gerichtet.

Gott, unser Vater, hat unser Leben in drei Stufen wunderbar geordnet. Aus dem Mutterleib werden Menschenkinder geboren, die erste Stufe, das irdische Leben. Das ist ein Wunder, ein Geschenk. Aber unser irdisches Leben ist von der Sünde gebrochen und bedarf der Erneuerung. Es geschieht in der Hl. Taufe.

Gott wurde Mensch, damit der Mensch Gott wird.

Diese gewagte Aussage vom Mystiker und alten Gottesmann, Meister Eckhardt, wurde ihm zum Verhängnis, weil diese Formulierung natürlich falsch verstanden werden und ins Gegenteil von dem interpretiert werden kann, was der Verfasser damit wirklich aussagen wollte. Meister Eckhardt wurde jedenfalls exkommuniziert, d.h. aus der Kirche ausgeschlossen.

Nun habe ich in den Tageslosungen der Herrnhuter Brüdergemeine zum 5. August dieses Jahres ein Gebet von Mirjam von Abellin, gelesen, das den Sinn der Worte von Meister Eckhardt, wie ich es verstehe, genau auf den Punkt bringt. Mirjam ist 1846 in Abellin geboren, eine Selige aus dem Heiligen Land, auch bekannt als „kleine Araberin“, die 1983 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen wurde.

Gib uns heute unser tägliches Brot

Dass das Vaterunser in Matthäus 6, 9-13 und Lukas 11, 2-4 nicht wörtlich gleich überliefert ist, ist ein Zeichen dafür, dass die Jünger  sich nicht einer starren Gebetsformel unterziehen mussten, sondern eine Hilfe zum Beten erhielten.

Bei Matthäus steht das Vaterunser im Anschluss an die Warnung Jesu vor zu vielen Worten beim Gebet, um erhört zu werden (Mt 6, 7). Demgegenüber ist das Gebet des Herrn kurz und einfach, auf das Wesentliche ausgerichtet. Denn es kommt aus dem Glauben an Gott, den Vater, der weiss, was wir bedürfen (Mt 6, 8).

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