2006

Glauben – Schauen – Danken

Diese Überschrift macht auf Zusammenhänge aufmerksam. Nichts, egal was, wo und wie, steht für sich allein. Alles hat sein Umfeld, seine Beziehungen, und das Befassen mit einem Teilbereich wirkt generalisierend auf das Ganze und umgekehrt, es handle sich um das Gute oder um das Böse.

Die Dankbarkeit ist ein Teil aus der Gaben- und Tugendfülle des Geistes Gottes. Wo die Dankbarkeit fehlt, da fehlt eben manch anderes auch und will außerdem manches nicht so recht zum Blühen kommen. Dankbarkeit ist darum wichtig, notwendig, erstrebenswert. Dankbarkeit will gepflegt sein. Gelegenheit dazu bieten alle Lebensbereiche. Pflichtbewusste Eltern lehren ihre Kinder schon früh, für Aufmerksamkeiten, Pflege- und Liebesdienste danke schön zu sagen. Natürlich ist ein angelerntes Dankeschön erst so etwas wie eine Vorstufe. Echte Dankbarkeit kommt vom Herzen, ist im Umfeld der Liebe, der Erkenntnis des Wertes dessen, was einem zuteil geworden ist, der Demut, der Reinheit des Herzens und anderem mehr angesiedelt.

Lobpreis und Anbetung

Vor einiger Zeit kaufte ich mir ein kleines Taschenbuch von Guido Baltes mit dem Titel: »WÖRSHIP.« G. Baltes sagt eingangs, dass ›Wörship‹ kein Druckfehler sei, ihm sei einfach kein besseres Wort eingefallen.

Natürlich – wer heute was auf sich hält, der sagt ›worship‹. Aber das ist ja englisch, und eigentlich wäre es doch schön, ein deutsches Wort zu haben. »Anbetung« wäre deutsch, aber das klingt gleich so bieder, so traditionell. »Lobpreis« ist zwar auch in Mode, trifft aber nicht alles, worum es geht. Im Grunde genommen, so führt er weiter aus, ist es letztlich auch nicht so wichtig, wie man es nennt, Hauptsache, wir tun es.

Brücken

Manchmal bestehen sie nur aus einem einfachen Stück Holz, welches zwei Uferseiten eines Bachlaufes überspannt, manchmal stellen allein ihre Trägerpfeiler den Eifelturm in den Schatten und erschlagen in ihrer Größe. »Brücken« - jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Bilder im Kopf, wenn wir sie uns vorstellen sollen.

»Papa, ohne Dich kann ich nicht einschlafen!«

Dieses Zitat einer mir sehr nahestehenden, derzeit vier Jahre alten Person geht mir schon seit einiger Zeit nach. Zum Internationalen Jugendtag in Fiesch 2006 konnten wir als Familie an diesem Treffen teilnehmen, und unser jüngster Sohn verwendete das obige Zitat, um mich zur Schlafenszeit noch ein bisschen an seinem Bett verweilen zu lassen. Fast schon Erpressung! Wie gerne hätte ich mich noch mit dem einen oder anderen unterhalten ... gut, dafür konnte meine Frau bei den meisten Abendveranstaltungen teilnehmen ... klar, natürlich steht man(n) seinen eigenen Kindern gerne zur Verfügung ..., aber so ein bisschen wurmte es mich doch, so in Beschlag genommen zu werden, das muss ich ehrlich zugeben.

Hauptsache »The show goes on«!?

Gleich wenn wir uns morgens anziehen, nehmen wir aus unserem virtuellen Maskenschrank eine Reihe von Gesichtern mit auf den Weg. Im Treppenhaus sind wir der freundliche Mieter, unterwegs der Autofahrer, der immer und gerecht auf die richtige Vorfahrt achtet, auf der Arbeit sind wir der zuverlässige Mitarbeiter, der immer Bescheid weiß, und am Abend sind wir vertrauenswürdiger Lebenspartner und Ratgeber in allen Lebensfragen. Sonntags sind wir der fromme Christ und der gelehrte Prediger, nach der Kirche der allerorts beliebte Freizeitmensch.

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